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Stormarn Zwei schwere Unfälle auf A 1 - Sechs Verletzte
Lokales Stormarn Zwei schwere Unfälle auf A 1 - Sechs Verletzte
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22:00 05.12.2016
Ein Opel krachte gegen einen Brückenpfeiler. Quelle: JEB
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Stapelfeld

Gegen 9 Uhr hatte sich gestern auf der Autobahn 1 in Richtung Puttgarden ein Stau gebildet, der bis über die Anschlussstelle Stapelfeld hinaus zurückreichte. Ein Lkw-Fahrer, der mit einem gerade ein Jahr alten Fahrzeug, beladen mit Baustoffen, in Richtung Norden unterwegs war, bemerkte nach eigenen Angaben den Stau rechtzeitig. Er leitete eine Vollbremsung ein und brachte sein tonnenschweres Gerät mit Ladekran gerade noch zum Stehen. Ein 43-jähriger Lübecker, der mit seinem Opel Kombi hinter dem Lastwagen unterwegs war, reagierte nicht ganz so schnell. Er streifte den Lastwagen hinten rechts und lenkte sein Auto auf den Grünstreifen. Dabei krachte das Fahrzeug gegen die Betonbrücke, die dort über die Autobahn führt. Der Lübecker und seine drei Mitfahrer konnten allein aus dem Auto steigen. Alle wurden leicht verletzt und später zur Untersuchung in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Unmittelbar nach diesem Unglück ereignete sich nur wenige Meter weiter ein zweiter Unfall, der im ersten Moment viel dramatischer und schlimmer erschien. Auch bei diesem Zusammenstoß war es der Stau, den nicht alle Autofahrer rechtzeitig gesehen hatten. Der Lkw einer Möbelfirma hielt auf dem rechten der drei Fahrstreifen etwa 80 Meter hinter der Autobahnbrücke, gegen die der Opel-Fahrer gekracht war. Eine 43-jährige Frau aus Wentorf bei Hamburg und der 55-jährige Fahrer einer Transportbetonpumpe aus Wittenberge stießen hier zusammen. Der Mercedes der Wentorferin geriet dabei zwischen die beiden Lkw und wurde bei dem Unfall völlig zerstört. Das Heck der schweren Limousine steckte anschließend unter der riesigen Transportbetonpumpe und die Frontpartie wurde durch den Aufprall auf den Möbelwagen auch komplett zerstört. Obwohl die Heckklappe der E-Klasse bis an die Kopfstützen des Fahrersitzes geschoben und das Dach erheblich eingeknickt wurde, wurde die Fahrerin wie durch ein Wunder nur leicht verletzt und konnte sich selbst aus den Trümmern ihres Autos befreien. Eine zufällig vorbeikommende Krankenschwester hielt an der Unfallstelle an und leistete bei der verwundeten Frau Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst eintraf. Den Rettungskräften und der Feuerwehr bot sich ein Trümmerfeld auf der Autobahn. Der abgerissene Unterfahrschutz des Möbellasters mitsamt der kompletten hinteren Beleuchtungseinrichtung lag mit einem Teil der abgerissenen Motorhaube auf der Fahrbahn. Andere abgerissene Fahrzeugteile waren nach dem heftigen Aufprall rund um den Mercedes verteilt. „Ob die Mercedes-Fahrerin zunächst auf den Möbelwagen aufgefahren ist und danach erst die Betonpumpe in den Mercedes gekracht ist oder ob die Betonpumpe den Mercedes auf den Möbellaster geschoben hat, ist derzeit noch nicht klar“, sagte eine Mitarbeiterin der Autobahnpolizei. Das werde man erst nach der Vernehmung aller Beteiligten genauer sagen können.

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Ein Mercedes stieß mit mit einem Lkw zusammen.

 

Weil zunächst gemeldet wurde, dass eine Person eingeklemmt sei und es mehrere Verletzte gab, schickte die Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe ein Großaufgebot von Rettungskräften in Richtung Einsatzstelle. Der angeforderte Rettungshubschrauber „Christoph 29“ konnte nach der ersten Rückmeldung aber wieder beidrehen. Alarmiert wurden auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Barsbüttel, Stemwarde und Glinde, die Einsatzleitung Rettungsdienst des Kreises Stormarn sowie weitere Rettungsfahrzeuge.

Die Richtlinie für passiven Schutz durch so genannte Fahrzeug-Rückhaltesysteme ist gesetzlich festgeschrieben. Seitliche Schutzplanken rechts neben der Fahrbahn gibt es demnach an den Autobahnen, wo es neben der Fahrbahn bergab geht. Wenn es rechts neben der Fahrbahn bergauf geht, hänge der Bau einer Leitplanke auch von der Höchstgeschwindigkeit ab, so Jens Sommerburg vom Landesbetrieb Straßenbau. Schutzplanken seitlich der Fahrbahn werden auch an Unfallschwerpunkten errichtet. Zwischen den Richtungsfahrbahnen gibt es die Schutzplanken durchgehend.

Von Jens Burmester