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Lokales Mit der Priwall-Fähre auf die Segel-Party: So geht’s
Lokales Mit der Priwall-Fähre auf die Segel-Party: So geht’s
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12:09 26.07.2019
Die Personenfähre „Berlin“ fährt vom Priwall in Richtung Festmeile. Im Hintergrund ist links die „Passat“ und rechts eine Finnlines-Fähre zu sehen. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Travemünde

Torsten Bensien zieht flink das dicke Tau vom Poller, legt den Kopf in den Nacken und ruft in Richtung Steuerkabine: „Kann loooos gehen, Franky!“ Die „Berlin“ setzt sich in Bewegung, Richtung Priwall. Die Gäste an Bord drängen sich an die Reling und fotografieren die Regattenboote, die auf die Ostsee hinaussegeln, das kräuselnde Wasser glitzert in der Morgensonne. Für die Passagiere ist die Personenfähre während der Travemünder Woche die direkte Verbindung zwischen der Partymeile und den Stränden auf der Halbinsel. Zu Spitzenzeiten fahren bis zu 2000 Personen täglich mit der „Berlin“.

Die Personenfähre „Berlin“ ist während der Travemünder Woche die direkte Verbindung zwischen der Partymeile und den Stränden auf dem Priwall. Die Überfahrt gibt auch Gelegenheit für schöne Fotos.

Das bedeutet auch mehr Arbeit für Schiffsführer Bensien und seinen Kollegen Frank Lünenschloß. „Vor allem abends sind da schon einige alkoholisierte Kandidaten dabei“, sagt Bensien. Ab und zu gebe es auch Missverständnisse mit dem Fahrkartensystem. Bensien erzählt, dass eine Familie aus Schweden ihm nur den Zahlungsbeleg auf dem Handy zeigen konnte, aber keine Fahrkarten dabei hatte. Der Vorfall klärte sich aber schließlich auf: Die Familie hatte ihre Karte in den Automaten liegen lassen. Manchmal gehen Bensien und Torsten auch kurz von Bord, um den Fahrgästen an Land den kleinen roten Automaten zum Abstempeln zu erklären. „Das passt schon, wir machen das gerne“, sagt Bensien, „während der Travemünder Woche ist hier endlich mal richtig Aktion.“

Darum fährt die „Berlin“ im Kreis

Mit dem Preis für 1,40 Euro für eine einfache Überfahrt sind die meisten Besucher an Bord zufrieden. „Das ist in Ordnung“, sagt auch Larissa Bernhardt, die mit ihrer Tochter zum Sonnenbaden fährt. Viele Gäste haben große Badetaschen dabei, auch ein quietschgrünes Plastikkrokodil fährt mit. Nebenbei dient der Aufenthalt auf der Fähre auch noch als Kulisse für nette Urlaubsfotos. Ein Pärchen versucht, auch die „Lisa von Lübeck“ mit auf das Smartphone-Selfie zu bekommen.

Während der Überfahrt dreht sich die Fähre immer einmal um sich selbst. Bensien kann den Grund für die Kreisfahrt im Uhrzeigersinn aufklären: Im Gegensatz zur Autofähre einige hundert Meter weiter hat die „Berlin“ nur einen Ein- und Ausgang für ihre Passagiere. Daher kann sie nicht einfach geradeaus fahren. Der seitliche Balkon, von dem die Fußgänger und Radfahrer an und von Bord gehen, wurde für diesen Zweck nachträglich angebaut.

Alle zehn Minuten wird angelegt

Sobald die Fähre an der Priwallseite anlegt, strömen die Besucher von Bord. „Kann ich denn gleich hier wieder mitfahren?“, fragt eine Frau mit Sonnenhut. „Natürlich, wir fahren unter der Woche von acht bis Mitternacht“, antwortet Schiffsführer Lünenschloß. In dieser Zeit pendelt die „Berlin“ alle zehn Minuten zwischen Priwall und Travepromenade. Manchmal erlaubt sich Lünenschloß auch einen kleinen Scherz mit den Urlaubern. „Dann sage ich, dass ich nachher zu den Seehundsandbänken fahre“, sagt er und schmunzelt. Natürlich kläre er den Witz immer sofort auf. „Und man muss natürlich ein Gefühl dafür haben, bei wem man sich einen Scherz erlauben kann“, sagt er. Aber auch schlecht gelaunten Fahrgästen begegne er mit Humor. „Die meisten sind im Urlaub, und viele werden dann doch wieder locker.“

Die nächste Gruppe kommt an Bord. Lünenschloß hilft einer Frau mit Fahrradanhänger und achtet gleichzeitig auf die Fahrscheine. „Darf ich auch noch einmal Ihre Karte sehen?“, fragt er immer wieder freundlich. Er und sein Kollege Bensien wechseln sich bei ihrer achtstündigen Schicht mit der Fahrtenkontrolle und der Steuerung des Schiffes ab. Die Kollegen sind beide gebürtige Travemünder und kennen sich schon seit der Schulzeit. „Das ist hier wirklich ein nettes Arbeitsklima“, sagt Bensien.

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