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Lokales Windhund reißt Reh am Elbe-Lübeck-Kanal
Lokales Windhund reißt Reh am Elbe-Lübeck-Kanal
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11:49 13.03.2019
Ein Reh flüchtet über ein Feld. Quelle: kes
St. Jürgen

Das Reh war stumm. Doch wie sehr es leiden musste, konnte Jägerin Ingeborg Schmitt unschwer erkennen. „Ein Vorderlauf und ein Hinterlauf waren durchgebissen, eine Keule blutig.“ Ein wildernder Windhund hatte das Reh so zugerichtet.

„Mitarbeiter der Firma Falkenhagen in Lübeck hatten uns dieser Tage angerufen, weil mein Mann der zuständige Revierpächter ist“, berichtet Ingeborg Schmitt. Die Angestellten hatten beobachtet, wie ein freilaufender Windhund das Reh am Spazierweg entlang des Elbe-Lübeck-Kanals angriff und hetzte. „Die Besitzerin war dabei und sah zu.“

Anzeige wegen Wilderei und Tierquälerei

Mit Hilfe ihres ausgebildeten Jagdhunds machten die Schmitts sich sofort auf die Suche nach dem Reh, das sich mit seinen gebrochenen Läufen in ein Gebüsch geschleppt hatte. Die beiden Jäger erlösten das Tier. Noch am selben Tag gingen sie zur Polizei und erstatteten Anzeige wegen Wilderei und Tierquälerei. Immer wieder könne sie beobachten, dass Hundehalter ihre Tiere nicht anleinen, sagt Ingeborg Schmitt. „Viele sind nicht einmal einsichtig, wenn ich sie darauf anspreche.“

Auch für Wulf-Heiner Kummetz, den Vorsitzenden der Kreisjägerschaft Lübeck und Sprecher des Landesjagdverbands, ist das Verhalten solcher Hundebesitzer unverantwortlich. „Wir haben jetzt Brut- und Setzzeit“, erklärt der Vereinsschef. Hasen hätten jetzt Junge, Enten hätten begonnen zu brüten. „Das Rehwild ist trächtig.“ Selbst wenn ein von einem Hund gehetztes Muttertier entkommen könne, sei durch den Schock die Gefahr groß, dass es zu einer frühzeitigen Totgeburt komme.

Hunde nicht ohne Leine laufen lassen

Auf der anderen Seite sei es auch im Interesse des Hundes, ihn nicht ohne Leine laufen zu lassen: „Wildschweine haben jetzt Frischlinge. Und eine Wildsau, die sich gestört fühlt, kann für einen Hund durchaus gefährlich werden.“

Haltern, deren Hunde wildern, drohen empfindliche Strafen und darüber hinaus Auflagen wie etwa ein Maulkorb. Überall wo Wildtiere gefährdet seien, sei es im Stadtpark, im Wald oder bei einem Spaziergang durch die Felder, sei Vorsicht geboten, sagt Kummetz. „Bitte nehmen Sie Ihre Hunde Leine. Den Tieren zuliebe.“

Marcus Stöcklin

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