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Auto und Verkehr „Kannste so parken, ist dann halt scheiße“ - Autos in Folie
Mehr Auto und Verkehr „Kannste so parken, ist dann halt scheiße“ - Autos in Folie
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11:56 21.12.2017
„Kannste so parken, ist dann halt scheiße“ - mit dieser Aktion wollen Aktivisten Falschparker zurechtweisen. Quelle: Radfahren In Stuttgart/radfahren In Stuttgart/dpa
Stuttgart

Die Botschaft ist eindeutig. „Kannste so parken, ist dann halt scheiße“ steht in Großbuchstaben auf dem Zettel an der Windschutzscheibe. Das Auto selbst ist in Folie verpackt - und mit einer Schleife aus Flatterband versehen.

Genervte Anwohner haben Falschparkern in Stuttgart kurz vor Weihnachten auf diese Weise ein zweifelhaftes Geschenk gemacht, um sie auf deren Fehlverhalten hinzuweisen. Und auch in anderen Großstädten werden gebeutelte Fußgänger und Radfahrer zunehmend aktiv.

Stadträtin Christine Lehmann

Das Problem der Autostadt Stuttgart mit rund 345 000 gemeldeten Pkw kennen auch andere Großstädte. Die Stadt Heidelberg verpasste Falschparkern im vergangenen Jahr buchstäblich einen Denkzettel, indem sie ein falsch geparktes Auto mit Tausenden Post-it-Zetteln beklebte. Einen Internethit landete in diesem Sommer ein Twitter-Nutzer aus Köln, der den Spieß umdrehte: Er postete ein Foto von einem verwaisten Rad, das mitten auf einer Straße steht. Auf einem Zettel ist für herannahende Autofahrer als Begründung zu lesen: „Nur kurz zum Bäcker.“

Aufkleber
„Bitte Freimachen“

Falschparker sollen mit der Aktion auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Dazu werden Postkarten unter die Scheibenwischer verkehrswidrig abgestellter Fahrzeuge geklemmt. Auf der Karte wird der Betroffene über die Probleme durch sein Handeln aufgeklärt.

„Zweitrat“
Sachbeschädigung

Wird das „Auspacken“ hingegen schwieriger, greift Absatz 2 vom Paragraf 303 des Strafgesetzbuchs. Demnach wird auch derjenige bestraft, der „unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.“

Vor Strafe fürchten müssen sich in Stuttgart indes auch die rücksichtslosen Autofahrer: „Die Stadt wird künftig stärker eingreifen“, kündigt ein Sprecher an. „Sie hat Kompetenzen zum Abschleppen von der Polizei übernommen.“ Bisher seien jährlich 1500 Autos abgeschleppt worden - künftig dürften es ihm zufolge 2200 sein.

Die Stadt schaffe dafür neue Stellen: Derzeit sind sechs Außendienst-Mitarbeiter unterwegs, die etwa Beschwerden nachgehen und auch berechtigt sind, das Abschleppen einzuleiten. Künftig sollen 4,4 solcher Stellen hinzukommen - zusätzlich eine im Innendienst. Der Sprecher betont: „Wer glaubt, er könne in Stuttgart falsch parken, ist schief gewickelt.“

dpa