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Bauen und Wohnen Zum Sanieren verpflichtet: Was Immobilien-Erben und Hauskäufer wissen müssen
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Zum Sanieren verpflichtet: Was Immobilien-Erben und Hauskäufer wissen müssen

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09:24 01.10.2021
Wer ein Haus erbt, muss viel beachten.
Wer ein Haus erbt, muss viel beachten. Quelle: Foto: Bausparkasse Schwäbisch Hall/Scheyhing/akz-i
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Aber: Was muss wann saniert werden? Und wie lässt es sich finanzieren? Thomas Billmann, Modernisierungsexperte von Schwäbisch Hall, klärt auf.

Tipp 1: Wann muss saniert werden? Wechseln die Eigentümer, muss saniert werden – egal ob Kauf, Erbe oder Schenkung. Nach dem Einzug bleibt eine Frist von zwei Jahren. Billmann nennt eine Ausnahme: „Hat der Erbe schon vor dem 1. Februar 2002 in der Immobilie gewohnt, entfällt die Sanierungspflicht.“ Für Erben, die die Immobilie nicht selbst bewohnen wollen, heißt es deshalb: rechtzeitig verkaufen oder sanieren, um den Verkaufspreis zu verbessern.

Tipp 2: Was zuerst sanieren? Grundsätzlich gilt: Strukturerhalt vor Innenausbau. Vor allem statisch-konstruktive Mängel, wie etwa Risse und Feuchtigkeit in Wänden und Fundament, sind als Erstes zu beheben. Das GEG schreibt vor: Sind die Dachräume kalt und Dachböden zugänglich, ist die Dämmung Pflicht. Dasselbe gilt für Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen wie im Keller. Veraltete Öl- und Gasheizungen müssen raus. „Die Austauschprämie für die Heiztechnik sollte man sich nicht entgehen lassen – sie greift auch bei der gesetzlichen Austauschpflicht“, so der Schwäbisch Hall-Experte.

Tipp 3: Wie wird finanziert? Die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien wird durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Pro Wohneinheit sind Ausgaben von maximal 60.000 Euro förderfähig. Der Fördersatz variiert: 20 Prozent gibt es für Arbeiten an Gebäudehülle, Anlagentechnik oder Heizung, bis zu 45 Prozent für den Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung und bis zu 50 Prozent für die Fachplanung und Baubegleitung. „Unbedingt zu beachten ist, dass die Antragstellung die Einbindung eines Energie-Effizienz-Experten erfordert“, weiß Billmann. Seit 1. Juli 2021 fördert die BEG die Komplettsanierung von bestehenden Immobilien zu Effizienzhäusern über Kredite mit Tilgungszuschuss oder mit direkt ausgezahlten Zuschüssen. Sanierer erhalten bis zu 48.000 Euro pro Wohneinheit. Wichtig: Erst nach dem Antrag darf es losgehen. Was viele nicht wissen: „Der Zuschuss steigt um 5 Prozent, wenn Modernisierer gemeinsam mit einem Energieexperten einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellen“, so Billmann.

Weitere Informationen finden Sie unter dem weiterführenden Link.

akz-i