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11:28 24.08.2018

Fit für den Klinikjob

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Maya Schmidts erste Tote im Altenheim war eine Frau, die sie sehr gern gemocht hatte. Sehr plötzlich war es der Frau schlechter gegangen. Die Angehörigen waren gekommen, und Maya Schmidt, die Aushilfskraft, stand ihnen bei. Maya Schmidt (21) aus Ratzeburg wird in ihrem Leben öfter mit dem Tod in Berührung kommen als andere. Sie lässt sich am UKSH zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ausbilden. Angst hat sie davor nicht, auch nicht vor ihren eigenen Gefühlen: „Klar darf man trauern. Man darf auch mal weinen. Man muss darüber sprechen.“ Sie hat sich für den Beruf entschieden, als sie schon eine Ausbildung zur Diätassistentin abgeschlossen hatte. Im Altenheim, wo sie nebenbei arbeitete, hatte sie gemerkt, wie wichtig ihr der nahe Kontakt zu den Menschen war. Die natürliche Scheu vor dem intimen Kontakt zum Beispiel beim Waschen der Patienten habe sie gut überwinden können. „Das wurde ein Teil von meinem Leben. Ich freue mich darauf, auf Station zu gehen und Menschen kennenzulernen.“ Am liebsten möchte sie später die Kenntnisse aus beiden Ausbildungen miteinander verbinden: „Ich will später im Krankenhaus auf Mangelernährung und Intoleranzen achten, um ein bisschen vorbeugen zu können.“

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Als 13-Jährige musste Jéanette Falk (18) zusehen, wie ihr 14-jähriger Freund bei einem Autounfall auf der Straße starb, die sie einen Augenblick vor ihm überquert hatte. „Ich konnte ihm nicht helfen“, sagt sie. „Erst vor zwei Jahren habe ich angefangen, darüber zu reden. Mittlerweile ist es nicht mehr so schlimm für mich.“ Die schreckliche Erfahrung legte für sie den Grund ihrer Berufswahl: Es zog sie dorthin, wo sie Menschen helfen kann. „Es war klar: Ich wollte in den medizinischen Bereich.“ Am UKSH lernt sie jetzt den Beruf der Medizinischen Fachangestellten - das, was landläufig als Arzthelferin bekannt ist. Später möchte sie sich am liebsten noch zusätzlich für den Rettungsdienst ausbilden lassen. Jéanette Falk ist sehr zufrieden damit, dass sie ihre Ausbildung an einem Klinikum macht und nicht bei einem niedergelassenen Arzt: „Hier an der Uni ist der Vorteil, dass man in fast alle Bereiche reinschnuppern kann - Inneres, Kinder, Chirurgie, alle möglichen Ambulanzen“, sagt sie. „Ich freue mich, wenn ich in die Chirurgie reinschnuppern kann, weil man da viele verschiedene Sachen sieht, auch außergewöhnliche.“

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Einen Tag verbrachte Johannes Kersten (19) im OP während seines Praktikums im Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg. Er sah zu, wie eine Nasenscheidewand operiert und ein Hämatom geöffnet wurde. „Das hat mir sehr gut gefallen“, sagt er. Bei seinem nächsten Praktikum am UKSH durfte er noch einmal zwei Tage im OP der Augenklinik hospitieren. In seinem zukünftigen Beruf wird der OP sein täglicher Arbeitsort sein. Johannes Kersten lässt sich zum Operationstechnischen Angestellten ausbilden. „Ich habe vorher schon gern mit Menschen gearbeitet“, sagt er. Als Schüler hatte er einen Aushilfsjob im Altenheim. Den Beruf, den er jetzt erlernt, gab es bis vor wenigen Jahren noch gar nicht. „Von meinen Bekannten wissen die meisten gar nicht, was das überhaupt ist.“ Der Umgang mit Menschen, sagt er, sei ein wichtiger Teil der Arbeit - dazu könne zum Beispiel auch der Umgang mit dementen Patienten gehören, der besondere Kenntnisse erfordere. „Man muss den Patienten einschleusen, mit ihm reden, ihm Mut zusprechen. Man muss ja erst mal wissen, wer vor einem liegt.“

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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