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22:49 26.05.2019

Dieses Quartett hat Chancen

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Niclas Herbst (CDU): Er hat es leicht und schwer zugleich: Niclas Herbst wird auf Platz 1 der Landesliste seiner CDU mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in das neue EU-Parlament einziehen. Dort tritt er aber ein schweres Erbe an. Denn der 46-Jährige folgt auf EU-Urgestein Reimer Böge, der nach 30 Jahren seinen Platz räumt. Bei der Wahl am Sonntag gehe es darum, das Europa Adenauers, de Gaulles, Mitterrands und Kohls zu retten, hatte Herbst vor fast einem Jahr vor seiner Wahl zum Spitzenkandidaten auf dem CDU-Landesparteitag in seiner Vorstellungsrede gesagt. Herbst war von 2005 bis 2012 Landtagsabgeordneter. Von 2010 bis 2012 vertrat er das Land im Ausschuss der Regionen der Europäischen Union. 2009 und 2014 kandidierte der gebürtige Ratzeburger auf Listenplatz 2 für die Landes-CDU zur Europawahl, doch für ein Mandat reichte es jeweils nicht. Herbst ist mit Innenstaatssekretärin Kristina Herbst verheiratet und Vater von drei Kindern. Die Familie lebt in Kiel. Herbst beschreibt sich selbst als Familienmensch.

Quelle: dpa

Delara Burkhardt (SPD): Mit ihren 26 Jahren wird die Sozialdemokratin Delara Burkhardt voraussichtlich eine der jüngsten Abgeordneten im neuen EU-Parlament sein. Die Bundes-SPD setzte die stellvertretende Juso-Bundeschefin auf Platz fünf der Bundesliste, einen als sicher geltenden Listenplatz. Dabei schien sie wenige Wochen zuvor noch auf verlorenem Posten. Auf dem SPD-Landesparteitag war sie mit ihrer Kandidatur für Platz 1 der Landesliste Enrico Kreft unterlegen. Doch der Bundesparteitag drehte das Ergebnis um, setzte sie nach oben und Kreft auf den aussichtslosen Platz 30. Burkhardt macht sich stark für Friedensprojekte. „Es geht darum, die Geschichte Europas weiter zu erzählen“, sagt sie. Im Parlament will sie sich dafür einsetzen, dass auch global agierende Konzerne in Europa Steuern zahlen. „Denn es ist ungerecht, wenn Google und Amazon hier Milliardengewinne einfahren, aber weniger Steuern zahlen als ein Buchladen.“ Burkhardt wuchs nördlich von Hamburg auf, wo sie Sozialökonomie studierte. Seit 2017 arbeitet sie im Projektmanagement einer Kommunikationsagentur. Burkhardt lebt in Kiel.

Quelle: dpa

Patrick Breyer (Piraten): Er hat gute Chancen auf eine zweite parlamentarische Karriere: Der Kieler Richter Patrick Breyer steht auf Platz 1 der Bundesliste der Piraten zur Europawahl. In Umfragen liegt seine Partei zwar nur bei etwa einem Prozent. Das würde für ihn aber reichen, Bei der Wahl 2014 reichten einer Partei in Deutschland 0,6 Prozent für ein Mandat. Eine Sperrklausel gibt es nicht. Das Gründungsmitglied der Piraten versteht sich als Bürgerrechtler und will sich auf europäischer Ebene für ein freies Internet einsetzen. Breyer sieht sich trotz seiner fünfjährigen Erfahrung im schleswig-holsteinischen Landtag (2012-2017) nicht als Berufspolitiker. Er will das politische System auffrischen und mehr Transparenz schaffen. Bereits sein Wechsel in den Landtag erfolgte aus der Justiz. Zuvor war er Richter am Amtsgericht Meldorf. Im Landtag zählte der 42-Jährige mit mehr als 300 Reden zu den Fleißigsten. Der Jurist stellte Hunderte Anfragen, unterstützte Volksinitiativen und half Skandale aufzudecken. Dazu gehörten Misshandlungen an der Polizeischule Eutin und Missstände bei Ermittlungen der Polizei gegen Rocker in früheren Jahren. Langjährige Parlamentarier wie FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki oder SPD-Vize Ralf Stegner rieben sich an ihm. „Ich bin extrem unbequem“, sagt Tango-Fan Breyer. Er lebt mit seiner Partnerin in Kiel.

Quelle: dpa
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