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Echt wahr Faulenzen für Fortgeschrittene
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21:20 17.01.2017
Von Susanne Peyronnet

Gerade war der Nix-tun-Tag. Kein Witz. Ich hab’s nur zu spät gemerkt, sonst stünde dieser Text jetzt nicht da. Aber wo ich schon mal angefangen hatte, am Nix-tun-Tag etwas zu tun, machte ich halt weiter und sinnierte noch ein bisschen über diesen besonderen Tag. Ins Leben gerufen hat ihn der Amerikaner Harold Pullman Coffin im Jahr 1973 als „National Do Nothing Day“.

Was der Erfinder des Nix-tun-Tages nicht gesagt und wahrscheinlich auch nicht gemeint hat: Nichtstun geht gar nicht. Wie soll ich nichts tun? Irgendetwas machen wir doch immer. Selbst wenn wir einfach nur irgendwo sitzen und vor uns hingucken, sitzen wir da und gucken vor uns hin. Auch das ist eine Tätigkeit.

Gemeint ist wohl eher ein Tag, an dem wir nicht arbeiten, nichts erledigen, keine Pflichtaufgaben wahrnehmen, was immer es sein mag. Handy weg, Tablet aus, die Kinder hungern lassen, mit dem Hund nicht Gassi gehen, die Post nicht reinholen. Erlaubt ist lediglich, einfach nur vor uns hinzudösen, zu lesen, Musik zu hören, ein Schläfchen einzuschieben, zwischendurch gut zu essen. Da muss sich nur noch einer finden, der nicht dem Nix-tun-Tag frönt, sondern das Essen kocht und serviert. Küche betreten ist an diesem Gedenktag für den Nichtstuer natürlich verboten. Fällt der Gammeltag auf einen Wochentag, muss noch der Arbeitgeber vom Sinn dieses Tages überzeugt werden.

Klingt alles danach, als müsse man eine Menge organisieren, um den Nix-tun-Tag richtig zelebrieren zu können. Wenn alles erledigt ist, sind wir ermattet genug dafür. Es lebe der Nix-tun-Tag!

LN