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12:12 05.06.2017
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Putins digital verbreitetes „Don’t worry, be happy“ galt schließlich Donald Trumps Abkehr vom Klimaschutz, die buchstäblich noch viel mehr solcher Hitzköpfe produzieren dürfte.

Noch bemerkenswerter an Trumps Kündigung des Pariser Abkommens war allerdings zweierlei: Wie geschlossen die deutschen Medien Geschlossenheit anmahnten und dabei einen nie gekannten Optimismus an den Tag legten. Und wie sehr es die amerikanische Politik schafft, ein Desaster so vollumfänglich durchs nächste zu ersetzen, das vom vorigen schnell kaum die Rede mehr ist. Wer spricht zum Beispiel noch davon, dass der US-Präsident den männlichen Griff zwischen Frauenbeine zwecks Fremdermächtigung für absolut legitim hält?

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Pro Quote! Wobei der Verein keinesfalls nur gegen die richtig fiesen Feinde der Gleichberechtigung protestiert, sondern gern auch mal gegen überraschende. Zum Beispiel Arte. Zum 25. Geburtstag, den der Kulturkanal gerade mit viel Programm, aber wenig Tamtam feiert, hat Pro Quote „das Bild einer Anstalt aus den 50er Jahren“ angeprangert“. Grund ist die Tatsache, dass es seit der Gründung Ende Mai 1992 nicht eine einzige Programmdirektorin gab, in der neunköpfigen Programmkonferenz nur die acht Männer stimmberechtigt sind und die Intendanten dem Verwaltungsrat in Personalfragen partout keinerlei Rechenschaft ablegen.

Das allerdings ist vielleicht auch nicht ungewöhnlich zu einer Zeit, wenn Formate wie „Global Gladiators“ auf RTL gerade mal wieder das Testosteron als Göttertrank glorifizieren und ein Nachwuchsformat wie „FilmDebüt im Ersten“ die ungewöhnliche Leistung vollbringt, dass zwölf der zwölf gezeigten Filme von Männern stammen. Regisseurinnen? Fehlanzeige. Nichtsdestotrotz ist natürlich wie jedes Jahr um diese Zeit ebenso mutig wie kreativ und spannend, was der Nachwuchs fortan wieder dienstags im Nachtprogramm der ARD so zeigen darf.

Morgen beginnt die Reihe mit Katja Riemann als Krebspatientin, die sich in „Ohne dich“ einer Therapie widersetzt und dabei überall auf Unverständnis stößt. Gefolgt wird das Familiendrama vom Studentendrama „Agonie“, in dem es um das Thema alltäglicher Gewalt geht. Beides gute Filme, beides gar nicht mal weibliche Filme, beides am Ende aber doch unter männlicher Leitung wie das gesamte Medium. Schade. Aber auch kein Grund, Filmemacher wegen ihres Geschlechts vorzuverurteilen. Schließlich zeigen Daniel Nocke und Stefan Krohmer seit Jahren in fast jedem ihrer gemeinsamen Projekte, wie präzise und zugleich empathisch Männer das Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen beschreiben können.

Ihr neuester kleiner Geniestreich heißt „Neu in unserer Familie: Zwei Eltern zu viel“ im ARD-Mittwochsfilm, dessen Fortsetzung am Freitag läuft. Die Entscheidung von Benno Fürmann und Maja Schöne, eine offene Ehe zu führen, ruft dabei herrlich lakonische Beziehungskatastrophen hervor. Die gibt es im selbstproduzierten Sechsteiler „Blaumacher“ um zwei Lebensmüde (Marc B. Puch, Laura Berlin) eigentlich unablässig, wenn sich beide ab Mittwoch um 21.35 Uhr nach gescheitertem Suizidversuch mühen, ihr bizarres Leben in den Griff zu kriegen.

Leben im wahrhaftigsten Sinne zeigt ab heute um 6 Uhr einen ganzen Tag lang der BR. Wie es Arte einst mit seiner vielfach preisgekrönten Langzeitbeobachtung der Hauptstadt vormachte, haben 104 Kamerateams vor einem Jahr den bayerischen Alltag festgehalten. Ob „24h Bayern“ die dramaturgische Wucht von „24h Berlin“ erreicht, bleibt offen. Als zeithistorisches Dokument dürfte es dennoch durchaus Ewigkeitswert erreichen.

Einzig für den Moment unterhaltsam ist dagegen Helene Fischer, der die ARD am Donnerstag mal wieder eine Extraportion Werbung zur besten Sendezeit schenkt. Dabei ist indes kaum zu erwarten, dass das Pausengirl vom Berliner Pokal-Finale im Münchner Kesselhaus ausgebuht wird, wenn sie dort „Die neuen Lieder“ ihrer Platte präsentieren darf. Für Fans toll, für Verächter furchtbar – das gilt für die „Wiederholungen der Woche“ generell selten. Kabel1 holt heute ab 20.15 Uhr mal wieder Miss Marple aus der Mottenkiste, angefangen mit „Mörder Ahoi“ von 1964, abgeschlossen mit dem drei Jahren jüngeren Krimiklassiker „16.50 ab Paddington“. Zeitgleich auf Arte: „Der Mann, der Liberty Vance erschoss“, John Fords schwarzweiße Westernlegende von 1962, als die Zeit des Genres eigentlich bereits dem Ende entgegenging. Ein Trend, den Terence Hill Anfang der Siebziger mit „Mein Name ist Nobody“ (Dienstag, 20.15 Uhr, P7Maxx) allerdings schon wieder umgedreht hatte.