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Tatort-Blitzkritik Zum Abschied der Bremer Kommissare fließen Blut und Tränen
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21:42 22.04.2019
Eine Rezension von Uwe Nesemann. Quelle: LN/dpa
Lübeck/Bremen

Tusch, Feuerwerk, donnernder Schlussakkord – und dann raus mit Applaus: Der Abschied des Bremer Tatort-Ermittlerduos Lürsen/Stedefreund (Sabine Postel/Oliver Mommsen) nach mehr als zwei Jahrzehnten dürfte nicht nur ihren treuen Fans lange in Erinnerung bleiben. Die Folge „Wo ist nur mein Schatz geblieben?“ war fraglos einer der Höhepunkte dieser an spektakulären Episoden ja nicht wirklich armen Sendereihe, ein packender „Tatort“ der obersten Güteklasse.

Zwei Darsteller in Nebenrollen ragen heraus

Ein aufregender und ideenreicher Plot, der sich in die Grauzone zwischen Gut und Böse wagte, lange geheimnisvoll blieb, nie langweilig wurde und nebenbei auch noch tiefe menschliche Konflikte offenbarte; dazu fabelhafte Schauspieler, unter denen wie so oft zwei Darsteller in Nebenrollen herausragten: Luise Wolfram feierte als aushelfende BKA-Ermittler Linda Selb ein Wiedersehen, Philip Hochmair spielte den abgehalfterten und herrlich heruntergekommenen Ermittler Kempf so herzzerreißend authentisch, dass man nicht wusste, ob man ihn bedauern oder zur Hölle wünschen sollte.

Der Schlusspunkt konnte kaum brutaler gesetzt werden

Natürlich lässt sich trefflich darüber streiten, ob das Autorenteam Florian Baxmeyer und Michael Comtesse wirklich nicht anders konnte, als den am Ende dieser langen Tatort-Karriere ins Zwielicht geratenen Kommissar Stedefreund sterben zu lassen. Man hätte die beiden Bremer Ermittler ja auch einfach so in den Ruhestand schicken können, schon, um den Zuschauer ein klein wenig entspannter ins Bett zu schicken. Andererseits hatte die Salve, mit der Stedefreund niedergemäht wurde, aber halt auch etwas endgültiges – ein Schlusspunkt, der brutaler kaum gesetzt werden können. Der aber auch keinen Zweifel daran ließ, dass es vorbei ist.

Ob Einzelkämpfer, dynamisches Duo oder mehrköpfige Truppe: Die Tatort-Ermittler sind in der ganzen Republik und darüber hinaus im Einsatz. Hier finden Sie alle derzeit tätigen Spürnasen im Überblick.

Sagen wir also Tschüs zu Lürsen und Stedefreund

Zumindest vermasselten die Autoren mit diesem Ende all jenen die Tour, die ihre Schlagzeile für den letzten Fall des Bremer Duos schon vorher fertig hatten. „Wenn es am schönsten ist, soll man gehen“ hatte sich ja irgendwie aufgedrängt. Das geht nun nicht mehr, „schön“ im strengen Sinne war es dann ja wirklich nicht. Sagen wir also einfach Tschüs zu Lürsen und Stedefreund. Es war uns uns eine Ehre.

Hier finden Sie alle Blitzkritiken zum Tatort.

Uwe Nesemann

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