Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Tatort-Blitzkritik Wenig Lob für dritten Schwarzwald-"Tatort"
Mehr Blogs Tatort-Blitzkritik Wenig Lob für dritten Schwarzwald-"Tatort"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:50 23.12.2018
"Tatort"-Blitzkritiker Uwe Nesemann. Quelle: Archiv
Freiburg

Natürlich gehen die Meinungen auseinander bei der Frage, was wohl einen guten Krimi von einem schlechten Krimi unterscheide. Für gewöhnlich aber gilt als Maßstab, dass ein guter Krimi sich durch ein gewisses Maß an Spannung und geheimnisvolle Handlungsstränge auszeichnet, garniert mit einem überraschenden Ende und gerne auch einem Schuss Humor. Schlechte Krimis hingegen sind solche, die eher langweilig wirken und bei denen am Ende nicht weiß, ob man nicht besser spazieren gegangen wäre anstatt vor dem Fernseher zu sitzen.

So gesehen war der Tatort aus Freiburg – der dritte aus dem Schwarzwald – nicht eben einer, der mit allzu viel Lob überhäuft werden dürfte. Wenig Spannung, selten humorvoll und mit einem Ende, das seinen Überraschungsmoment einzig aus der Tatsache zog, dass man nun mal nicht erwarten kann, was nicht zusammen passt. Da wurden zwei Handlungen scheinbar zwanghaft zusammengeführt, die zeitlich auseinander liefen und deren einzige Verbindung zwei übermüdete Kommissare waren, die sich mal mit diesem, mal mit jenem Fall konfrontiert sahen.

Verwirrender Plot

Völlig schleierhaft blieb denn auch, warum man diese Tatort-Folge „Damian“ genannt hatte. Zugegeben, die Auftritte des jungen Thomas Prenn in der Rolle des schizophrenen Damian Rohrbach waren eindrucksvoll, hier deutet sich ein großes Talent an. Und auch der Auftritt des Routiniers Johann von Bülow, der den Damenschlüpfer stehlenden Bauarbeiter Trelkowsky so herzzerreißend, dass man Mitleid bekommen musste, bleibt positiv in Erinnerung. Aber all das half am Ende diesem verwirrenden Plot auch nicht mehr auf die Füße.

Der Zuschauer, schon im ersten Drittel des Films ratlos und allein gelassen, wartete bis zum bitteren Ende darauf, wie sich all das Gesehene wohl zusammenfügen könnte. Und bekam die Antwort: gar nicht. Man wäre wohl doch besser spazieren gegangen.

Uwe Nesemann