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Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: drei Gründe, warum sich der Berlin-Tatort lohnt
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11:49 15.11.2019
Rechtsmedizinerin Jamila Marques (Cynthia Micas) untersucht die mumifizierte Leiche des Mordopfers, Kommissarin Nina Rubin (Meret Becker) schaut nachdenklich zu. Quelle: Marcus Glahn/RBB/dpa
Lübeck

Das Berliner „Tatort“-Team entwickelt sich immer mehr zum Highlight der Reihe. In „Das Leben nach dem Tod“ (20.15 Uhr, Das Erste, 21.45 und 23.45 Uhr, One) wird die Todesstrafe in der DDR thematisiert, aber es geht auch um Glaubensfragen und darum, was im Innersten der beiden Ermittler vorgeht, die sich sonst so spinnefeind scheinen. Drei Gründe, warum sich dieser „Tatort“ lohnt:

Kleine und große Rollen sind stark besetzt und virtuos gespielt

Erstens: die vielschichtigen Figuren. Dieser Krimi besticht durch eine ungewöhnliche Feinzeichnung verschiedener Charaktere: Otto Mellies als tief verbitterter Ex-DDR-Richter, Karin Neuhäuser als skrupellose Vermieterin („Leichengeruch ist kein Grund für Mietminderung!“) oder Britta Hammelstein und Christian Kuchenbuch als verlorenes Trauma-Paar – diese großen und kleinen Rollen sind stark besetzt und virtuos gespielt. Damit verdient sich Regisseur Florian Baxmeyer ein Riesenlob.

Solche Lehrstunden gehen oft schief, diesmal ist es gelungen

Zweitens: die spannende Story. Die Handlung flicht auf behutsame Weise mehrere Fäden zusammen, die die Ermittlung in verschiedene Richtungen stößt. Nach und nach blättert die Geschichte eines lang zurückliegenden Dreifachmordes auf, der aus Sicht zweier Menschen zu schwach bestraft worden ist. Ohne erhobenen Zeigefinger wird auch das Thema Todesstrafe behandelt, die bis 1987 in der DDR noch verhängt worden. Solche Lehrstunden gehen im Tatort oft schief, diesmal ist es gelungen. Die Spannung steigert sich unaufhaltsam und kommt dabei ohne Knalleffekte aus. Die Wendungen am Schluss sind gewagt, aber plausibel.

Rubin und Karow lassen einen bewegenden Blick unter die Oberfläche zu

Drittens: die grandiosen Hauptdarsteller. Da zicken sich Karow (Mark Waschke) und Rubin (Meret Becker) mal wieder aufs Giftigste an, als er sie wegen ihrer Versuche hochnimmt, sich auf eine andere Stelle zu bewerben. Und dann entsteht der bewegendste Moment zwischen zwei Ermittlern seit langer Zeit: Das Kommissaren-Paar spricht plötzlich über seine Sicht auf den Tod und hält sich voller Zärtlichkeit in den Armen. Ein großartiger Blick unter die Oberfläche.

Larven und Fliegen lösen beim Zuschauer großen Juckreiz aus

Abstriche müssen wir nur beim Ekelfaktor machen. Auf dem erst Bild schimmelt irgendetwas dahin, die Larven und Fliegen am Tatort lösen beim Zuschauer großen Juckreiz aus. Die Gesamtnote ist eine starke Zwei plus. Schade, dass das Berliner Team so selten dran ist.

Hier geht’s zur ausführlichen Vorschau von „Das Leben nach dem Tod“.

Hier lesen Sie alle „Tatort“-Blitzkritiken.

Von Lars Fetköter

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