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Tatort-Blitzkritik Ermittlerteam aus Luzern geht angezählt in die letzte Runde
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21:18 16.06.2019
Tatort-Blitzkritiker Nick Vogler Quelle: hfr
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Lübeck

Der Titel „Ausgezählt“ führt direkt in die Boxwelt und trifft doch gleichzeitig auf das Ermittlerteam zu: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) agieren bald zum letzten Mal. Die Ermittler in Luzern packen ein, das neue Team soll in Zürich für den Tatort arbeiten. Und vielleicht wirkt das nahe Ende sich auf die Produktion aus: Beide wirken zumindest angezählt.

Livecam im Keller ist gut für den Spannungsbogen

Dabei ist der Fall spannend und beim Zuschauer kommt das Gefühl der Hilflosigkeit auf, wenn man per Livecam in den Keller geschaltet wird und der Countdown der Überlebenszeit gnadenlos herunter läuft. Doch es scheint, als ob sich der Film auf dieses Element der Spannung verlässt und wenn schon andere Mittel nicht helfen, die Handlung voranzutreiben, wird eben an diesem Countdown noch einmal geschraubt: Die Doping-Medikamente verkürzen die erwartete Überlebenszeit der Eingesperrten drastisch, die Uhr wird per Hand nach unten korrigiert – zack: Die Spannung ist wieder da. Dabei können es die Luzerner doch, wie sie mindestens in an einem Stück gedrehten Krimi „Die Musik stirbt zuletzt“ vor rund einem Jahr bewiesen haben, das war atemberaubend und ist unvergessen und damals war auch der Blitzkritiker direkt von Socken.

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Livebild vom Entführungsopfer: Delia Mayer als Liz Ritschard und Stefan Gubser als Reto Flückiger im Polizeirevier. Auf dem Monitor sieht man Tabea Buser als die entführte Martina Oberholzer. Quelle: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler

Alles hängt mit allem zusammen

Gelungen ist allerdings die dargestellte Sicht auf vielerlei Abhängigkeiten: Abhängig ist die Boxerin vom Doping, das Management von der Boxerin, der Chef der Ermittler von seinen Angestellten und andersrum, Polizistin Ritschard offenbar schon seit Jahren von einem Exkollegen, der wiederum von ihr nach gewagter Aktion aus dem Knast gerettet werden muss. So hängt in dem Krimi alles mit allem zusammen, doch es reicht irgendwie nicht aus, dass man schreiben könnte, der Film sei dicht erzählt. Abhängig ist der Tatort natürlich auch immer vom Zuspruch des Publikums und von der Quote der Fernsehzuschauer. Dann warten wir mal ab, ob es im letzten Luzerntatort einen Kracher gibt. Verdient hätten es die grundsympathischen Liz und Reto allemal. Das allerdings erfährt das Publikum erst nach der Tatort-Sommerpause. Und auf die hebt der Blitzkritiker nach einem dann doch netten Abend sein Weinglas – Prost!

Nick Vogler

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