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Tatort-Blitzkritik Kölner Tatort-Ermittler bieten Schonkost mit Spätzündung
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21:42 31.03.2019
Blitzkritiker Nick Vogler: Genug Muße für Ablenkung bei diesem Tatort. Quelle: LN
Lübeck

Man möchte sich das Ende von Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ebenso wenig herbeiwünschen wie einen Abschied von Sesam- oder Lindenstraße. Man kennt sich so gut aus mit den Figuren und ihren Schrullen und Gewohnheiten, da ist ein Gefühl von Geborgenheit. Leider sind Geborgenheit und Gewohnheit nun nicht unbedingt die ersten Attribute, die einen guten Tatort beschreiben.

Material mit Sprengkraft

Pluspunkt für Köln allerdings: Ganz fiese Momente werden dem Zuschauer erspart. Eine Bombenexplosion hätte auch anders inszeniert sein können. Und die explosive Grundstimmung ist geglückt. Geschäfte mit Bomben und Bombengeschäfte um Grund und Boden und mit der Zukunft von Häusle bauenden Familien: Das ist eigentlich Material mit Sprengkraft.

Ballauf und Schenk arbeiten den Fall aber mit ihrer ganzen Routine ab. Das ist zwar nicht langweilig, aber auch nicht spannend. Es ist ein Trick der Filmemacher, das Handeln der Ermittler relativ zu beschleunigen, ohne dass wirklich Hektik ausbricht. Sorgt doch der dauernd essende Assistent Jütte mit seinen zelebrierten Pausen dafür, ein Gegengewicht zur angeblich aufreibenden Ermittlungsarbeit der bestimmt besser bezahlten Kollegen zu geben. Aber auch solche Szenen, sorry Köln, kennen wir bereits.

Herzschlagfinale mit Bombe

Das Herzschlagfinale mit Bombe in der Baugrube entschädigt für den bis dahin durchschnittlichen Abend. Wie eng ist die Verbindung zwischen Vater und Sohn? Wie viel Aufmerksamkeit und Achtung brauchen Kinder, auch wenn sie schon gar keine Kinder mehr sind? Diese Fragen sind in der Schlussszene in grässlicher Kulisse an der scharfen Bombe gut verdichtet. Die altgedienten Kommissare sind hier nur noch Randfiguren. Vielleicht sollte man doch mal über einen Abschied vom lieb gewordenen Köln-Tatort nachdenken. Hat bei der Lindenstraße schließlich auch geklappt.

Hier finden Sie alle „Tatort“-Blitzkritiken.

Nick Vogler

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