Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: Drei Gründe, warum sich der Münster-Tatort lohnt
Mehr Blogs Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: Drei Gründe, warum sich der Münster-Tatort lohnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 22.12.2019
Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, l.), Professor Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) und Silke „Alberich“ Haller (ChrisTine Urspruch) hoffen, auf dem Friedhof neue Erkenntnisse zu gewinnen: eine Szene aus „Tatort: Väterchen Frost“, den Das Erste am 22. Dezember ausstrahlt. Quelle: Martin Valentin Menke/WDR/ARD /dpa
Lübeck/Münster

Drei Gründe, warum sich dieser „Tatort“ lohnt: Die Weihnachtstimmung wird mit vielen Rotmänteln und Glühwein aufgegriffen, aber immer wieder ironisch gebrochen. Friederike Kempter darf als Nadeshda alle Register ziehen, bis zum Schluss bleibt es spannend. („Väterchen Frost“, 22. Dezember, Das Erste, 20.15 Uhr; One, 21.45 Uhr).

Im Gerichtssaal bricht das große Husten aus

Erstens: O du fröhliche Weihnachtszeit in Münster. Die stimmungsvollen Bilder vom Münsteraner Weihnachtsmarkt führen auf den falschen Pfad, denn Ungemach droht von der ersten Szene an: Im Gerichtssaal bricht das große Husten aus, Boerne und Thiel haben keine Lust auf Glühwein mit der Chefin, und die Weihnachtsmanndichte ist beängstigend hoch auf dem Marktplatz. Man ahnt, dass nicht jeder, der einen roten Mantel trägt, wohltätig ist. Das Thema Weihnachten zieht sich durch den Krimi bis zu Traumsequenzen mit einem martialischen Väterchen Frost, so wird es weder zu zuckrig noch krampfhaft komisch.

Nadeshda wird von einem Weihnachtsmann entführt

Zweitens: Kling Glöckchen macht es an der Haustür von Boerne und Thiel – und gleich darauf wird ihre Kollegin Nadeshda von einem Weihnachtsmann entführt. Friederike Kempter darf in diesem Krimi glänzen. Cool gibt sie dem Kidnapper Kontra („dein Bart sitzt schief“). Dann entdeckt sie unterm rotem Mantel des Entführers dessen russische Seele. Auch Nadeshda hat russische Wurzeln, das muss mit Wodka begossen werden. Ein kleines, feines Weihnachtsmärchen ganz nebenbei.

Es bleibt bis zum Schluss spannend

Drittens: Stille Nacht ist ein frommer Wunsch für die Kommissare. Statt mit Freunden Ski zu fahren (Boerne) oder den Sohn aus Neuseeland zu empfangen (Thiel), versuchen sie an Heiligabend, ihre Kollegin zu finden und den eigentlich schon fast klaren Fall noch einmal aufzurollen. Dass sie dabei immer wieder auf einen Schmuckladen stoßen, wirkt zunächst rätselhaft. Es bleibt bis zum Schluss spannend. Kein Münster-Tatort ohne Wortwitz (Thiel zu Boerne: „Spielen Sie doch mal das Weihnachtskrematorium“), doch die Gagdichte hält sich im Rahmen. Ein gelungener Mix zum vierten Advent.

Nach 333 Folgen: Abschied von der „Tatort“-Blitzkritik

Die 333. Ausgabe der „Tatort“-Blitzkritik ist zugleich die letzte. Seit Herbst 2010 haben wir Ihnen hier auf LN-Online.de zu jeder Premiere des beliebten Sonntagskrimis eine frische Rezension geliefert. Das hat viel Spaß gemacht. Da wir unsere Ressourcen künftig noch stärker auf lokale und regionale Inhalte konzentrieren wollen, trennen wir uns schweren Herzens von diesem Service für „Tatort“-Fans. Was bleibt, ist unser stolzer Bestand von 333 Blitzkritiken. Wir freuen uns über Rückmeldungen an Tatort@ln-luebeck.de

Wer ist die Schwester von Lars Christmas?

Sehenswert: David Bennent – vor 60 Jahren der kleine Oskar aus „Die Blechtrommel“ – als diabolischer Gegenspieler der Ermittler. Wissenswert: die Antwort auf die Frage, wer die Schwester von Lars Christmas ist. Getränkeempfehlung zu diesem Vorweihnachts-Tatort: Glühwein oder/und Wodka.

Lesen Sie hier alle bisherigen Tatort-Blitzkritiken 

Von Petra Haase

Lieber nicht einschalten: „Borowski und das Haus am Meer“ ist eine wirre Story. Spannung? Bleibt aus. Dieser Kieler Tatort weiß nicht, was er will. Lesen Sie, warum unser Kritiker eine Sechs gibt.

20.12.2019

Der Hamburg-Tatort „Querschläger“ mit Wotan Wilke Möhring und Franziska Weisz ist ein solider, spannender Krimi, auch wenn der Täter fast von Anfang an bekannt ist. Unser Kritiker gibt eine Zwei. Lesen Sie hier, warum.

01.12.2019

Kommissar Eisner hat schlechte Laune, und das färbt ab auf diesen überraschend schwachen Sonntagskrimi. Der Tatort „Baum fällt“ bekommt von unserem Kritiker eine glatte Vier.

24.11.2019