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Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: Drei Gründe, warum sich dieser Tatort aus Münster lohnt
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16:59 03.11.2019
Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, l.) und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers,) testen für den Tatort „Lakritz“ Süßigkeiten in der traditionellen Münsteraner Manufaktur Maltritz. Quelle: Willi Weber/WDR/dpa
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Münster/Lübeck

Korruption, Erpressung und der Hauch von Bananenrepublik im sauberen Münsterland? Na klar, wenn es um das schräge Ermittlerduo Boerne/Thiel geht, darf man tief in die Kiste greifen. Was in „Lakritz“ (Sonntag, 20:15 Uhr ARD, 21:45 und 23.45 Uhr One) mit Genuss getan wird. Drei Gründe, warum auch dieser Münster-Tatort zum Pflichtprogramm für alle Fans und Freunde von Jan-Josef Liefers und Axel Prahl gehört – und nicht nur für die.

Es darf gelacht werden –mal herzhaft laut, mal hintersinnig leise

Erstens: Schräger Humor. Das kennt man natürlich aus den Folgen, die in Münster spielen. Witzige Dialoge und eine Handlung, die oft genug die Grenze zum Slapstick kratzen. Wer das mag, wird auch bei „Lakritz“ bestens bedient. Vor allem Liefers als Professor Boerne liefert mal wieder eine geniale Darstellung ab, angesiedelt irgendwo zwischen Wahnsinn und Genie. Auch dieser Folge sitzt einfach der Schalk im Nacken.

Lakritz aus Holland, böser Ex-Mann und der junge Karl-Friedrich – alles super besetzt

Zweitens: Das Casting. Da hat jemand wirklich ein goldenes Händchen bewiesen, vor allem die Figur des jungen Karl-Friedrich Boerne wurde mit Vincent Hahnen hervorragend besetzt. In jeder Bewegung, jedem Blick deutet sich die Arroganz und Großspurigkeit des späteren Serienhelden an. Geht runter wie Öl.

Österreich hat Ibiza, Münster hat den korrupten Marktleiter

Drittens: Der Plot. Der Krimi läuft zwar ein wenig behäbig an und zeigt sogar einige Schwächen. Boerne zum Beispiel kommt morgen sternhagelvoll nach Hause und ist schon ein paar Minuten später dank Saft und ein paar Vitaminen wieder halbwegs nüchtern – das glaubt kein Mensch. Aber dann entwickelt die Geschichte sich zu einem hübschen kleinen Kriminalstück, garniert mit Skandalen und Skandälchen in der Provinz.

Versteckter Gruß an Obelix?

Alles in allem also ein wirklich gelungener, weil ebenso spannender wie amüsanter TV-Abend. Wobei einzig die Frage bleibt: Dient des jungen Boernes unfreiwilliges Lakritzbad vielleicht als Anspielung auf Obelix, der als Kind in den Zaubertrank gefallen ist? Man wird es nie erfahren. So oder so gibt es die Gesamtnote zwei. Aber mit Sternchen.

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Von Uwe Nesemann

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