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Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: Drei Gründe, warum sich dieser Tatort aus Weimar lohnt
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16:00 22.09.2019
Für die TV-Ermittler im Weimar-„Tatort“ Christian Ulmen als Lessing und Nora Tschirner als Kira Dorn kommt es in „Die harte Kern“ knüppeldick, sie stehen selber unter Verdacht. Quelle: MDR/Wiedemann&Berg/Stephanie Kulbach
Lübeck

Dieser „Tatort“ überrascht: Er bleibt zwar beim bewährten Sound des Weimarer Duos Lessing/Dorn (Christian Ulmen/Nora Tschirner) aus Schnoddrigkeit und Klugscheißerei, fügt dem Hauptpersonal aber auch noch weitere Zwischentöne zu. Die Versuchsanordnung (Kommissar Lessing hinter Gittern) ist mal etwas Neues, und am Ende gibt es eine überraschende Wendung. Die drei Gründe, warum sich „Die harte Kern“ (Sonntag, 22. September, 20.15 ARD, 21.45 Uhr und 23.15 Uhr One) lohnt:

Gut gespielt: Plötzlich zeigt das coole Ehepaar Lessing/Dorn Nerven

1. Das Personal: Dem bewährten Team in Weimar wird mit Eva Kern (Nina Proll) eine knallharte Sonderermittlerin vor die Nase gesetzt, die Kommissar Lessing erst mal in den Knast befördert, weil mit seiner Waffe der Schrotthändler Falk ermordet wurde. Plötzlich zeigt das coole Ehepaar Lessing/Dorn Nerven. Auf Pointen muss der Zuschauer zwar nicht verzichten („Wir haben eine millionenschwere Statue, eine Schrottpresse und Lupo – finde die Sollbruchstelle“), dennoch überwiegen diesmal die stillen Töne. Dorn darf auch mal überm Geburtstagskuchen für ihren Sohn weinen, das macht sie nahbarer als sonst. Auch die anderen Figuren bekommen neue Facetten: der verliebte Polizeitrottel Lupo etwa läuft plötzlich zu Hochform auf.

Spannend ist, wie Lessing und Dorn undercover ermitteln

2. Der Fall: Es geht um einen 15 Jahre alten Raubmord, der wieder aufgerollt wird und einen weiteren Mord zur Folge hat, um einen wertvollen Buddha und einen Schrottplatz. In Rückblenden wird die Vorgeschichte nach und nach erhellt, doch bis zuletzt weiß man nicht so recht, was Sache ist. Spannend ist, wie Lessing (aus dem Knast) und Dorn undercover ermitteln, und wenn sie am Ende mit einem Motorroller durch die ostdeutsche Pampa tuckern, hat das etwas von Thelma und Louise.

Überraschung am Schluss: Darum ist die Kern so biestig

3. Ende gut, alles gut: Man kann lange nicht nachvollziehen, was „die harte Kern“ so biestig sein lässt. Klar, sie hat eine alte Rechnung mit Kommissariatsleiter Kurt Stich offen, dessen Posten sie gern gehabt hätte, doch warum sie Lessing hinter Gitter bringt, ist zunächst fraglich. Dass dahinter Methode steckt, erfahren wir am Ende. Die Wendungen sind nachvollziehbar, man unternimmt gern diese 90-minütige Reise mit dem Weimarer Ermittlern.

Kleiner Wermutstropfen: Es fällt zeitweise schwer, den Verdächtigungen und Rückblenden zu folgen. Deshalb: Gesamtnote 2.

Hier lesen Sie alle Tatort-Blitzkritiken.

Von Petra Haase

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