Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: Drei Gründe, warum sich der „Tatort“ nicht lohnt
Mehr Blogs Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: Drei Gründe, warum sich der „Tatort“ nicht lohnt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:53 08.09.2019
Ist das nicht Perlmann, der Assistent von Kommissarin Blum von de Kripo Konstanz? Nein, im Tatort „Maleficius“ spielt Sebastian Bezzel den Hirnforscher Bordauer. Er erklärt Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) seine Vision vom Supermenschen mit künstlich angereicherter Intelligenz, der keine Verbrechen mehr begeht. Quelle: SWR/Sabine Hackenberg
Lübeck/Ludwigshafen

Drei Gründe, warum sich dieser „Tatort“ nicht lohnt: Mit dem Thema hat sich der SWR verhoben. Der Film hat logische Mängel. Und die schlechte Stimmung im Team wird nicht erklärt.

Der Hirnforscher als Blofeld von Ludwigshafen: unrealistisch

1. Das Thema:Die Macher von „Maleficius“ präsentieren uns den Hirnforscher Brodauer als eine Art Blofeld. Er bastelt Übermenschen in futuristischen Superlabors, die an die Bösewicht-Zentralen aus James-Bond-Filmen erinnern. Mit dieser unrealistischen Ausgangslage hat sich der SWR gründlich verhoben. Dem netten Sebastian Bezzel, der den fiesen Arzt genauso spielt wie vor kurzem noch den „Tatort“-Assistenten vom Bodensee, nimmt man den Fiesling nicht ab. Wenn sich die ARD in einem Spielfilm kritisch mit dem Thema künstliche Intelligenz auseinandersetzen will, sollte sie keinen Thriller mit Versuchen an behinderten Menschen in die realitätstreue „Tatort“-Reihe pressen. Die Parallele zwischen dem Tuning von Autos und dem von Menschen wirkt sehr angestrengt, richtige Spannung kommt nur selten auf.

Logische Mängel: Einsätze ohne Wettentscheidung

2. Plausibilität: Hübsch inszeniert ist ja die ganze Szenerie der Auto-Aufmotzer und Veranstalter illegaler Rennen. Aber wie soll deren System funktionieren, wenn ein Schrank namens Matze Wetteinsätze einsammelt, die Wettenden aber niemandem sagen, auf welches Auto sie setzen? Solche logischen Mängel lassen den ganzen Film unplausibel erscheinen.

Schlechte Stimmung im Ermittlerteam wird nicht aufgelöst

3. Ermittlerteam: Klar, wir wollen auch die private Seite der Kommissare sehen. Aber wenn Lena Odenthal so rüpelig ist und ihren schwäbelnden Spurensicherer Becker derart angiftet, wollen wir auch wissen, warum. Die Auflösung der schlechten Stimmung im Team bleibt dieser „Tatort“ schuldig.

Sehenswert: Die schweren Jungs als Hilfssheriffs

Das Fazit fällt aber nicht vernichtend aus: Sehenswert ist die Autotunertruppe um Ali Kaymaz (Gregor Bloéb) und die Art und Weise, in der Kommissarin Stern (Lisa Bitter) die schweren Jungs als Hilfssheriffs in die Ermittlungen einspannt. Gesamtnote für „Maleficius“: Vier plus.

Hier lesen Sie den Vorbericht von LN Online zum „Tatort: Maleficius“.

Hier finden Sie alle Tatort-Blitzkritiken.

Lesen Sie auch das Interview mit Ex-“Tatort“-Kommissar Sebastian Bezzel.

Von Lars Fetköter

Tatort-Blitzkritik Blitzkritik Nr. 321: „Falscher Hase“ (Frankfurt) LN-Speedrating: 3 Gründe, warum sich dieser Tatort nicht lohnt

Die Idee zu „Falscher Hase“ ist ja ganz nett. Aber aus dem fingierten Überfall mit versehentlichem Mehrfachmord wird ein Krimi, der an seinen Widersprüchen scheitert. Der Tatort im LN-Speedrating:

01.09.2019

Verfliggsd noche mah! Dieser Sachsen-„Tatort“ ist ein Flop. Die Handlung ist abstrus, es gibt zu viele Ungereimtheiten – und warum spricht in Dresden niemand sächsisch?

18.08.2019
Tatort-Blitzkritik Tatort-Blitzkritik Nr. 319 „Ausgezählt“ (Luzern) - Ermittlerteam aus Luzern geht angezählt in die letzte Runde

Es sind drastische Bilder von der Boxerin in ihrem Kerker, eine Live-Schalte zu einer, die dem Verdursten nah ist. Doch so stark die Szenen sind – es stellt sich eine merkwürdige Distanz zum Fall ein, in dem es hintergründig um Abhängigkeiten auf vielen Ebenen geht.

16.06.2019