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Tatort-Blitzkritik Tatort „Zorn“: Volle Dosis Ruhrpott
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21:45 20.01.2019
Die Dortmunder «Tatort»-Kommissare haben den Mord an einem Ex-Bergmann aufzuklären. «Zorn» führt zu geschlossenen Zechen im Ruhrgebiet und Verlierern des Strukturwandels. Quelle: Martin Valentin Menke/WDR/ARD/dpa
Dortmund

Volle Dosis Ruhrpott, volle Dosis Kumpel und volle Dosis lecker Pils: Dieser Tatort leistete sich das Wagnis, hinabzusteigen in die Welt der Malocher, und er bediente sich dabei fraglos so ziemlich jeglichen Klischees, dessen er habhaft werden konnte. Aber weil jedes Klischee eben auch einen Kern Wahrheit in sich trägt, wirkte dieser Sonntagabend-Krimi irgendwie doch recht vergnüglich, trotz aller Schwermut und trotz der zeitweise recht schweren Kost.

Nur ganz selten aufgesetzt

Vor dem Hintergrund des Zechensterbens und jener Tristesse aus Alkohol und Leerlauf, die mit dem sozialen Absturz stets einher geht, präsentierte sich die Folge „Zorn“ erfreulicherweise am Ende nämlich doch ziemlich realitätsnah. Da störte nicht einmal die verschwörerisch angelegte Gemengelage mit Verfassungsschutz, Reichsbürger und einem tiefen persönlichen Zerwürfnis zwischen den beiden Jungermittlern, das – seien wir ehrlich – etwas überdreht wirkte. Dennoch wirkte „Zorn“ nur ganz selten aufgesetzt, die Bodenhaftung ging eigentlich nie verloren.

Glaubhafter Tresenkumpel und Verbrecher-Jäger

Das mag auch daran gelegen haben, dass sich Jörg Hartmann diesmal in seine Rolle als Hauptkommissar Peter Faber so leichtfüßig hineinspielte. Hartmann spielte ebenso glaubhaft den Tresenkumpel wie den Verbrecher-Jäger, die Figur kam ungewohnt sympathisch und humorvoll rüber. Das war vielleicht der entscheidende Pluspunkt dieses Abends.

Dass dabei der Plot zum Schlus hin etwas aus dem Ruder lief und man eigentlich nicht so recht wusste, wer denn nun wen gemeuchelt hat und welchen Dreck die von Bibiana Beglau hinreißend gespielte Dame vom Verfassungsschutz denn jetzt wirklich am Stecken hatte – geschenkt. Irgendwie hätte man sich nach 90 Minuten halt gewünscht, dass es noch ein bisschen weitergeht. Etwas Besseres kann man über einen Tatort nicht sagen.

RND/Uwe Nesemann

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