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Tatort-Blitzkritik LN-Speedrating: Drei Gründe, warum sich der Tatort aus Stuttgart lohnt
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18:18 01.11.2019
Tatort „Hüter der Schwelle“: Thorsten Lannert (Richy Müller, l.) und Sebastian Bootz (Felix Klare) wissen nicht, was sie im Keller ihres Hauptverdächtigen erwartet, haben aber böse Vorahnungen. Quelle: SWR/Benoît Lindner
Lübeck

Ganz schön spooky geht es zu in „Hüter der Schwelle“ (Sonntag, 20.15 Uhr, Das Erste, 21.45 und 23.15 Uhr, One). Auf einem Bergplateau wird ein Toter gefunden, der das Opfer eines Ritualmords zu sein scheint. Es entwickelt sich ein Thriller um Hexenkult und Wiedergeburt mit ungewöhnlichem Ende. Hier kommen die drei Gründe, warum sich das Anschauen lohnt:

Es wird romantisch: Bootz verliebt wie Obelix

Erstens: Romantik. In gefühlt jedem elften Tatort verliebt sich ein Ermittler in eine Zeugin – aber selten so heftig wie diesmal. Bei Sebastian Bootz (Felix Klare) macht es schon Zoom!, als er die Zeichnung von Diana Jäger (Saskia Rosendahl) sieht. Fast wie Obelix bei Falbala starrt er sie verwirrt an, trinkt Schnaps im Dienst und baut beinah einen Unfall, als er am Steuer mit Medikament und Beipackzettel kämpft. Den Sex mit der Schönen hat er nur im Traum, aber kurz vor dem Ende darf er ihr Leben retten. Das geht ans Herz!

Stark besetzt: Die Schauspieler sind herausragend

Zweitens: Schauspieler. Selten ist ein Tatort durchgängig so gut besetzt. Herausragend sind Victoria Trautmannsdorf als trauernde Mutter mit Rachegedanken und André M. Hennicke als Hauptverdächtiger Emil Luxinger. Aber auch das Ermittlerteam spielt stark, inklusive Jürgen Hartmann als Gerichtsmediziner, der den verprügelten Kommissar Bootz wieder zusammenflickt.

Kraftvolle Bilder: Die Kameraführung hat Kinoqualität

Drittens: Kamera. Dieser Krimi besticht durch eine kraftvolle Bildsprache. Was Kameramann Jürgen Carle an düsteren und feurigen Bildern anbietet, hat Kinoqualität. Die okkultischen Tänze wirken richtig schön gruselig, ebenso die Anfangsszene vom Leichenfund auf dem Berggipfel. Es werden zwar ein bisschen viele Kerzen aufgestellt, aber der Bezug zur Beleuchtung im 17. Jahrhundert ist ja auch gewollt.

Mitunter bleibt die Logik auf der Strecke

Romantik, Schauspieler und Kamera sind top, auch die Spannung stimmt – da lässt sich verschmerzen, dass die Logik bei diesem Tatort mehrfach auf der Strecke bleibt. Während eines nächtlichen Einsatzes ist es plötzlich wieder taghell. Die Hexentänze und all die Wiedergänger, die sich über Generationen bekämpfen – dieser ganze düstere Zauber hält einer nüchternen Prüfung kaum stand. Aber da wollen wir mal nicht so streng sein. Insgesamt gibt es: Note 2.

Hier lesen Sie alle bisherigen Blitzkritiken.

Von Lars Fetköter

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