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Finanzen Geplatzte Übernahme: SLM will alleine wachsen
Mehr Finanzen Geplatzte Übernahme: SLM will alleine wachsen
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21:13 27.10.2016
Lübeck

Enttäuschung auf der einen Seite, das Vertrauen auf die eigene Stärke auf der anderen: Gemischte Gefühle bestimmten beim Lübecker 3-D-Druck-Spezialisten SLM Solutions den Tag nach der Nachricht, dass der US-Konzern General Electric (GE) seine Übernahmepläne aufgibt.

„Jetzt besinnen wir uns auf unsere Stärken. Wir sind super durchfinanziert und können unsere Ziele auch alleine erreichen.“SLM-Finanzvorstand Uwe Bögershausen

„Es ist schade, dass es nicht geklappt hat, wir hätten gerne unter dem Dach von GE gearbeitet“, sagte SLM-Finanzvorstand Uwe Bögershausen. „Jetzt besinnen wir uns auf unsere Stärken. Es geht weiter“, fügte er gleich an. „Wir sind super durchfinanziert und können unsere Wachstumsziele auch alleine erreichen.“ Die Mitarbeiter seien informiert worden und hätten gut auf die Wendung reagiert. „Sie wissen, dass wir ein starkes Unternehmen und gut aufgestellt sind.“ GE hatte am Vortag bekanntgegeben, dass es innerhalb der Frist nicht den nötigen Anteil von 75 Prozent der SLM-Aktien erwerben konnte. „Als Teil des GE-Konzerns hätten wir die Chance gehabt, unseren Wachstumskurs zu beschleunigen“, sagte auch SLM-Vorstandschef Markus Rechlin. GE habe „ernsthafte und glaubwürdige Zusagen zum Ausbau unserer Standorte und unseres Vertriebsnetzes gemacht.“ Das Angebot sei auch im Interesse der Mitarbeiter und Aktionäre gewesen.

Die geplatzte Übernahme habe aber keinerlei Auswirkungen auf die Investitionspläne von SLM Solutions in Lübeck. Das Unternehmen baut in Lübeck-Genin und will in zwei Jahren in die neuen Firmenräume einziehen, weil der Platz im Gewerbegebiet Roggenhorst für das angepeilte Wachstum zu eng wird. „Die Pläne haben wir völlig unabhängig und vor dem GE-Angebot gemacht, und dabei bleibt es auch“, sagte Bögershausen. Noch in diesem Jahr werde der erste Spatenstich gemacht.

Doch die geplatzte Übernahme von SLM war nur die eine schlechte Nachricht. Wenige Stunden später gab GE bekannt, dass es nun die Firma Concept Laser im bayerischen Lichtenfels kauft, die ebenfalls im 3-D-Druck tätig ist. Die Firma hat eine vergleichbare Größe wie SLM, ist aber nicht börsennotiert, was die Übernahme erleichtert. „Deren Technologie ist aber nicht ganz so gut wie unsere“, sagte Bögershausen. Ob GE trotzdem ein Großkunde für die SLM-Maschinen bleibe, werde man abwarten müssen, sagte Bögershausen. Peter Tschirner von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hält es für eine spannende Frage, ob GE nach dem Kauf von Concept Laser SLM-Kunde bleibe.

GE hatte noch keine SLM-Aktien gekauft, sondern hatte nur feste Zusagen zum Kauf der Aktienpakete von Vorstand und Aufsichtsrat. Diese Aktien sind noch bei ihren ursprünglichen Besitzern. Der Hedgefonds Elliot des US-Finanzinvestors Paul Singer halte nach seinen Aktienkäufen etwa 20 Prozent. „Er ist jetzt ein großer Anteilseigner von uns“, so Bögershausen. Die meisten Anteile mit etwa 25 Prozent halte aber nach wie vor Firmengründer Hans-Joachim Ihde.

Die große Frage ist, was Großaktionär Singer nun vorhat. Wenn er nur auf eine Aufstockung des Kaufangebotes spekulierte, „dann hätte er jetzt gründlich daneben gelegen“, sagt Aktionärsschützer Peter Tschirner. Wenn er seine Anteile behalte, rechne er entweder mit späteren neuen Angeboten. Wenn er verkaufe, drücke das den Aktienkurs. Das Scheitern der Übernahme sei schade, denn SLM hätte gut zur GE-Luftfahrtsparte gepasst, und das Angebot sei fair gewesen, sagt Tschirner.

„Die Tatsache, dass GE sich so stark für uns interessiert hat, zeigt, dass unsere Technologie sehr gefragt ist“, erklärt SLM-Finanzvorstand Bögershausen. „Wir sind das einzige börsennotierte Unternehmen, das so etwas anbietet. Das macht uns interessant.“

Aktienkurs sackte deutlich ab

31,20 Euro betrug gestern Abend der Kurs der im Tec-Dax für Technologiewerte notierten Aktie der SLM Solutions – ein Rückgang von etwa sechs Euro zum Vortag. Vor dem Übernahmeangebot von GE lag der Kurs bei 25 Euro, nach dem Angebot kurz bei gut 44 Euro. GE hatte den Aktionären 38 Euro geboten.Die SLM Solutions Group AG in Lübeck ist Hersteller von 3-D-Metalldruckern. Die Abkürzung SLM steht für das Fertigungsverfahren Selective Laser Melting (engl. für Selektives Laserschmelzen). Der Rohstoff dafür ist Metallpulver. Das Unternehmen hatte Ende vergangenen Jahres 200 Mitarbeiter, die Zahl wächst.

Christian Risch

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