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Gesundheit Butter oder Margarine: Was ist gesünder?
Mehr Gesundheit Butter oder Margarine: Was ist gesünder?
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15:11 28.06.2019
Butter oder doch lieber Margarine auf’s Brot? Die Meinungen gehen da weit auseinander. Quelle: dpa
Hannover

Schon morgens am Frühstückstisch können in einigen Familien die Fetzen fliegen, wenn es darum geht: Butter oder Margarine auf das Brot? Was ist gesünder? Und vor allem: Welcher Brotaufstrich schmeckt besser? Dieser Streit kann das schon mal die Gemüter erhitzen. Auf der einen Seite des Esstisches wird auf die gute Butter geschworen, für die andere Seite ist die Margarine das Non-Plus-Ultra. Doch einen klaren Gewinner gab es nie. Also, was sollte denn jetzt am besten aufs Brot?

Butter oder Margarine: Ein jahrelanger Streit

Der Streit zwischen den Verfechtern von Butter und Margarine geht schon viele Jahre zurück. Die Butter wird seit jeher wegen ihres Geschmacks sehr geschätzt. „Man sagt ja nicht umsonst: die gute Butter“, weiß auch Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung. Butter kam vor allem dann auf’s Brot, wenn genügend Geld vorhanden war. Doch dann wendete sich das Blatt, die Butter geriet immer mehr in den Verruf und die Margarine erlebte ihre Sternstunde. „Daran war auch die Werbung maßgeblich beteiligt. Die Margarine wurde ebenbürtig platziert“, so Kaufmann. Immer häufiger hieß es, Margarine kann etwas, dass Butter nicht kann. Doch was genau kann Margarine denn besser und wo liegt der Unterschied?

Butter und Margarine: Der Unterschied

Der Unterschied zwischen Butter und Margarine liegt in erster Linie darin, dass Butter ein natürliches und tierisches Produkt ist und Margarine industriell aus Pflanzenfetten hergestellt wird, wie Kaufmann erklärt.

Auch wenn das Fett in der Butter zwar natürliches Fett ist, enthält es hauptsächlich gesättigte Fettsäuren. Die liefern dem Körper Energie, können sich aber bei zu hohem Verzehr auch negativ auswirken. Margarine besteht zu großem Teil aus ungesättigten Fettsäuren, die sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirken können.

In Butter stecken zudem viele natürliche Nährstoffe wie Vitamine A, D, E und K. Margarine werden hingegen oft Vitamine A und D hinzugefügt. Zudem enthält das Streichfett viele Omega-6-Fettsäuren.

Margarine oder Butter: Was ist besser für den Cholesterinspiegel?

Dass die Butter im Vergleich zur Margarine an Beliebtheit einbußen musste, lag vor allem daran, dass erkannt wurde, dass die tierischen Fette negative Auswirkungen auf den Körper haben können. In dem tierischen Produkt ist viel Cholesterin enthalten, was den Cholesterinspiegel im Körper ansteigen lässt. „Für gesunde Menschen besteht aber kein Risiko, solange man sich ausgewogen ernährt“, betont die Expertin.

Auch wenn die Margarine die deutlich gesündere Variante der Streichfette sein soll, entstehen bei der Herstellung von Margarine Nebenprodukte, die sich negativ auf den Cholesterinspiegel auswirken können. Um Margarine zu erzeugen, werden gesättigte Fettsäuren gehärtet, dabei entstehen die Transfette. Doch die Hersteller haben laut Stiftung Warentest dieses Problem zunehmend in den Griff bekommen. Einige Anbieter werben sogar damit, dass Margarine eine cholesterinsinkende Wirkung hat, wofür sogenannte Pflanzensterine sorgen. Die Wirkung ist jedoch umstritten und es liegen keine gesicherten wissenschaftliche Erkenntnisse vor. „Vorbelastete Menschen sollten dennoch lieber zur Margarine, statt zur Butter greifen“, rät Kaufmann.

Macht Butter dick und verstopft die Gefäße?

In Wahrheit ist Butter gar nicht so schlecht, wie ihr Ruf. Die gesättigten Fettsäuren sollen vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Einen tatsächlichen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Butter und den Krankheiten konnte aber bis jetzt nie nachgewiesen werden. Auch Kaufmann sieht nicht in der Butter den Übeltäter: „Es muss immer geschaut werden, was zu der Krankheit führt. Oftmals ist es auch genetisch bedingt. Die Butter hat durchaus eine Da-Seins-Berechtigung.“

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Sind Schadstoffe in der Margarinen?

Doch auch die gesunde Streichfett-Variante ist nicht immer so gesund, wie ihr Ruf es erahnen lässt. Auch hier gibt es schwarze Schafe – zum Beispiel die, die viele gesättigte Fettsäuren aus Kokos- oder Palmfett enthalten. Laut Stiftung Warentest, die im Jahr 2017 19 Margarinen testeten, enthielten diese Produkte Glycidyl-Estern – Schadstoffe, die das Erbgut verändern können. Bei den meisten Produkten träten diese aber nur in geringen Mengen auf.

Für Margarine sei daher die richtige Mischung von hoher Bedeutung: wenig gesättigte Fette, viele Omega-3-Fettsäuren. Vor allem das Streichfett, das viel Raps-, Sonnenblumen- oder Leinöl enthält, ist besonders gesund und kann klar gegen die Butter gewinnen.

Sind Mischfette eine Alternative?

Also am besten beides essen? Grundsätzlich rät die Expertin, sich ausgewogen zu ernähren mit einer guten Mischung aus gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. „Dann darf es auch eine Schicht Butter auf dem Brot sein.“ Für Menschen, die gesundheitlich nicht mehr zur Butter greifen sollten, aber nicht auf den aromatischen Geschmack verzichten wollen, können auch Mischfette eine gute Alternative sein. Immer häufiger werden Produkte angeboten, die das Beste aus Butter und Margarine vereinen sollen. Auch hier spricht Kaufmann von einer Geschmackssache. „Und es kann natürlich zur Gewissensberuhigung beitragen.“

Nehme ich mit Butter oder Margarine besser ab?

Generell gilt: Wer abnehmen will, sollte gut überlegen, ob er wirklich zu Streichfetten greifen will - und da ist es auch egal, ob Butter oder Margarine. Beide Streichfette haben viele Kalorien und sollten daher nur in Maßen gegessen werden. Die Vollfett-Varianten enthalten jeweils zwischen 80 und 90 Prozent Fett, was etwa 720 Kilokalorien pro 100 Gramm bedeutet. Wer also sein Gewicht reduzieren möchte, aber nicht auf Streichfette verzichten möchte, sollte zu Halbfett-Varianten greifen.

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Butter oder Margarine: Wann sollte man was verwenden?

Wenn es nicht ums Brot, sondern um die Pfanne geht, gibt es aber einen klaren Gewinner. „Butter ist nicht so hoch erhitzbar“, erklärt Kaufmann. Sie kann bereits bei mittleren Temperaturen dunkel werden. Die Margarine kann hingegen viel mehr Hitze ab. Noch besser funktionieren spezielle Bratfette. Gar nicht zum Braten geeignet sind hingegen Halbfettmargarinen, da sie etwa zur Hälfte aus Wasser bestehen. Beim Backen gibt es keine Unterschiede zwischen den Streichfetten.

Fazit: Butter und Margarine!

Wer körperlich gesund ist, kann also guten Gewissens einfach auf seinen Geschmack hören. Schmeckt die Butter besser auf dem Brot, dann drauf damit. Mundet aber die Margarine besser, gehört die auf’s Brot geschmiert. Die Expertin empfiehlt, sich einfach durchzuprobieren: „Essen sie gerne die Butter da, wo sie sie haben wollen, aber bitte nicht die ausgewogene Ernährung aus den Augen verlieren.“

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Von RND/isa

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