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Gesundheit Unterschätze Gefahr: Herzklappenfehler - Wer ist gefährdet und welche Therapien gibt es?
Mehr Gesundheit Unterschätze Gefahr: Herzklappenfehler - Wer ist gefährdet und welche Therapien gibt es?
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14:16 06.09.2019
Pro Jahr sterben über 17.000 Menschen an Herzklappen-Erkrankungen. Quelle: Getty Images
Hannover

Die Herzklappen übernehmen lebenswichtige Aufgaben in unserem Körper. Doch besonders im hohen Alter können sie anfällig für Erkrankungen werden. Laut deutscher Herzstiftung sterben pro Jahr über 17.000 Menschen an Herzklappen-Erkrankungen. So leiden von den über 75-Jährigen 13 Prozent an einer mäßigen oder schwerwiegenden Erkrankung der Herzklappen. Auch andere Herzkrankheiten wie Herzschwäche können auf eine Klappenerkrankung zurückgehen. Herzklappenfehler lassen sich, wenn sie rechtzeitig erkannt werden, behandeln - doch es fehlt an Aufklärung in der Gesellschaft, warnt die Herzstiftung in einer Pressemitteilung.

Laut Stiftung zeigen Befragungen, dass die Aufmerksamkeit für Herzklappenerkrankungen sehr gering ist - verglichen mit Leiden wie Krebs. Daher sei eine Aufklärung über die Erkrankung, vor allem mit welchen Symptomen sie sich bemerkbar macht, umso wichtiger. Aus diesem Grund veröffentlicht die Herzstiftung den kostenfreien Experten-RatgeberHerzklappenerkrankungen: Verfahren, Symptome, Diagnosen und aktuelle Therapien“.

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Wie kommt es zu einem Herzklappenfehler?

Besonders im Alter kann es vermehrt zu Klappenerkrankungen kommen, da altersbedingte Veränderungen wie Kalkablagerungen, die Herzklappen schädigen können. Auch bakterielle Infektionen und Entzündungen können die Klappen angreifen. Laut Herzstiftung leidet etwa ein Prozent der Menschheit an einem angeborenen Herzfehler, der im Laufe des Lebens zu Beschwerden führen kann. Sehr selten können auch Herztumore oder Brustkorbverletzungen Ursache sein.

Wird der Mechanismus der Herzklappen durch solche Veränderungen gestört, kommt es zur Verengung der Aortenklappe oder Undichtigkeiten der Mitralklappe - das Blut kann dann nicht mehr reibungslos in das Kreislaufsystem gepumpt werden. Und das hat fatale Folgen: „Leistungseinbußen und Luftnot bis hin zur Herzschwäche oder im schlimmsten Fall plötzlicher Herztod sind die Folgen“, warnt der Herzspezialist Alexander Lauten vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

Das sind die Symptome

Die Herzstiftung nennt folgende Alarmzeichen, die auf eine Herzklappenerkrankung hindeuten können und mit einem Kardiologen abgeklärt werden sollten. Die Symptome variieren dabei je nach Schwere der Erkrankung.

  • Luftnot
  • Schmerzen oder unangenehmes Engegefühl im Brustkorb
  • Schwindel oder Ohnmachtsanfälle bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Wasseransammlungen in den Beinen (Ödeme)
  • Blaurote Verfärbung der Haut und der Schleimhäute (Zyanose)
  • Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtszunahme, aber auch Gewichtsabnahme

Im Video: Tipps für ein gesundes Herz

Diese Behandlungsmöglichkeiten gibt es

Die Behandlung wird je nach Defekt (Klappenverengung oder Undichtigkeit) und nach betroffener Herzklappe (links oder rechts) angepasst. Die Verengung der Aortenklappe zählt zu den häufigsten Klappenerkrankungen. Dabei kann die Herzklappe so stark verengt sein, dass es zu Luftnot, sogar im Ruhezustand kommen kann. Kardiologen raten bei diesem Zustand in der Regel zu einem Ersatz der Herzklappe. Dieser Ersatz kann durch mechanische Prothesen aus Metall oder biologische Nachbauten aus tierischem Gewebe hergestellt und eingesetzt werden. Laut deutscher Herzstiftung kam es 2017 zu über 9.000 solcher Eingriffe.

Für Risiko- und ältere Patienten über 85 Jahre kommt ein solcher Eingriff oft nicht in Frage. Eine Aortenklappen-Implantation (TAVI), die mit einem Katheter über die Leiste eingeführt wird, ist die schonende Variante. Im Jahr 2017 wurde dieser Eingriff über 19.000 Mal durchgeführt.

Doch nicht immer ist ein operativer Eingriff nötig. Wird eine schwache Aortenklappenstenose diagnostiziert, muss der Patient regelmäßig - alle sechs Monate - vom Kardiologen mit einer Echokardiographie, einem Ultraschall des Herzens, untersucht werden.

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Bei Problemen zum Facharzt

Auch wenn jede Behandlung individuell auf den Patienten angepasst wird, will die Deutsche Herzstiftung mit ihrem Ratgeber gängige Fragen klären. "Der Ratgeber liefert verlässliche Informationen zu Fragen, die Betroffene häufig vor einem Eingriff beschäftigen und die auch den Herzspezialisten gestellt werden, zum Beispiel: Wie lange dauert der Eingriff?" erklärt die Stiftung. Aber, der Gang zum Kardiologen sei trotzdem unerlässlich.

Von Alice Mecke/RND

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