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Gesundheit Therapie-Konzepte gegen chronische Schmerzen in der Praxisklinik Travemünde
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Schmerztherapie Praxisklinik Travemünde

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01:00 30.09.2020
Patientin Brigitte Salewski in einem der regelmäßigen Gespräche mit ihrem behandelnden Arzt Stefan Rieckhof, Leitender Arzt der Interdisziplinären Schmerzklinik sowie mit Leonore Nagewitz, Leitende Psychologin (v.li.). Quelle: Foto: Sana Kliniken Lübeck
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Travemünde

Lang anhaltende Schmerzen und daraus resultierende Ängste, Hilflosigkeit, Stress bis hin zur absoluten Hoffnungslosigkeit – mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden laut der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. an chronischen Schmerzen.

Die Ursachen für die Entwicklung von chronischen Schmerzen sind vielfältig. Beteiligt sind als Auslöser oder Verstärker meist sowohl biologische Faktoren (Verletzungen, Operationen, Nervenschäden, degenerative Veränderungen der Gelenke, rheumatische Erkrankungen) als auch psychosoziale Faktoren (Stress, berufliche Belastungen, innere und äußere Konflikte). Chronischer Schmerz hat im Gegensatz zum akuten Schmerz seine ursprüngliche Warnfunktion verloren und stellt eine eigenständige Erkrankung dar.

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Hilfe für die von chronischen Schmerzen Betroffenen verspricht bereits seit 2014 das interdisziplinäre Expertenteam der Schmerzklinik in der Praxisklinik der Sana Kliniken Lübeck in Travemünde. „Unser Ziel ist es, unseren Patienten größtmögliche Linderung zu verschaffen und diese zu befähigen, auch im Alltag mit dem Schmerz umzugehen“, sagt Stefan Rieckhof, Ärztlicher Leiter der Schmerzklinik Travemünde. In der Klinik werden bis zu acht Patienten in eine Behandlungsgruppe aufgenommen und im Rahmen eines zwölftägigen stationären Aufenthaltes fachübergreifend nach einem multimodalen Konzept behandelt. „In unserer Klinik arbeiten Ärzte, Psychologische Psychotherapeutinnen, speziell geschulte Pflegekräfte, Physio-, Ergo- und Kreativtherapeuten Hand in Hand. Wir behandeln Patienten mit chronischen Schmerzen interdisziplinär und multimodal auf der Basis eines bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnisses. Wir wollen das individuelle Krankheitsbild erfassen und verstehen, um die Lebensqualität zu verbessern und die Beschwerden zu lindern“, erklärt Rieckhof.

Doch nicht nur der Schmerz steht im Fokus. „Wir arbeiten ganz bewusst mit geschlossenen Behandlungsgruppen. Ähnlich dem Prinzip der Selbsthilfegruppe möchten wir die Betroffenen, die sich häufig abkapseln, wieder in soziale Beziehungen bringen“, sagt die leitende Psychologin Leonore Nagewitz.

Viele Betroffene irren auf der Suche nach Linderung lange Zeit durch den Dschungel des Gesundheitssystems. Diese Erfahrung machte auch Britta Schönberger, die seit mehr als 20 Jahren an chronischer Migräne leidet. Nach einer langen Odyssee mit verschiedenen Behandlungsansätzen führte sie der Weg nach Travemünde. „Ich fühlte mich sofort gut aufgehoben und verstanden. Besonders gefallen hat mir von Anfang an der Ansatz der Therapie in einer Behandlungsgruppe. Obwohl unterschiedliche Charaktere ganz individuelle Leidenswege hatten und haben, verstanden wir uns großartig und sind auch heute noch in Kontakt“, berichtet die 51-jährige Patientin. „Das Zusammenspiel aus empathischen Einzel- und Gruppengesprächen, gemeinsamen Aktivitäten sowie eine individuell angepasste und ärztlich begleitete medikamentöse Therapie haben mir sehr geholfen.“

Erst zur Beginn ihrer stationären Behandlung in der Schmerzklinik in Travemünde im Winter 2019 wurde Patientin Brigitte Salewski bewusst, dass sie seit vielen Jahren an chronifizierten Schmerzen litt. So hatte diese nach einem Unfall im Jahre 2002 nicht nur einen Trümmerbruch des Schienbeinkopfs, sondern auch ein psychologisches Trauma erlitten. Viele Jahre führten die heute 64-jährige Wahl-Lübeckerin von einer medizinischen Behandlung zur anderen – verbunden mit vielen Operationen und Reha-Maßnahmen. Der Erfolg blieb jedoch aus, das Knie schmerzte über die Jahre immer stärker, ebenso blieb das schwere Trauma bis dahin unbehandelt. „Das klare und patientennahe Behandlungskonzept von Herrn Rieckhof hat mich von Anfang an ebenso überzeugt wie das klar strukturierte Tagesprogramm in der Gruppe unter der Leitung eines kompetenten, stets an den Bedürfnissen der Patienen orientierten Expertenteams aus Ärzten, Therapeuten und Pflege“, berichtet die Patientin. Wichtig sei es, sich auf die Behandlung einzulassen und stets „dran zu bleiben“. „Besonders hilfreich war es, dass mir im Rahmen des stationären Aufenthaltes die eigenen Stärken und Schwächen aufgezeigt wurden. Dieses Bewusstsein, unterstützt durch gezielte psychologische Gesprächstherapie und eine Anpassung der Schmerzmedikation, haben mir auch im Alltag zu wesentlich mehr Lebensqualität verholfen. Ich habe gelernt, mich selbst und den Schmerz nicht so wichtig zu nehmen“, sagt Brigitte Salewski, die sich parallel in der Lübecker Ortsgruppe der Rheuma-Liga Schleswig-Holstein e.V. ehrenamtlich für andere Schmerzpatienten einsetzt.

Die Praxisklinik in Travemünde verfügt über insgesamt 25 Betten. Neben der Schmerzklinik mit acht stationären Behandlungsplätzen beherbergt sie außerdem das Schulterzentrum als orthopädisch-unfallchirurgisches Kompetenzzentrum sowie weitere Facharztpraxen, medizinische Dienstleister sowie ein Sanitätshaus. Eine enge Kooperation der Klinik mit den niedergelassenen Ärzten und der damit verbundenen Bündelung medizinischer Kompetenzen zum Wohle der Patienten stehen bei diesem medizinischen Zentrum im Vordergrund.

Für chirurgische und internistische Notfälle steht die Praxisklinik Travemünde gemeinsam mit dem ehemaligen Krankenhaus Süd 24 Stunden für Patienten zur Verfügung.

Praxisklinik Travemünde

Am Dreilingsberg 7, 23570 Lübeck Travemünde

Tel. 04502/ 800-0

www.sana.de/luebeck/medizin-pflege/schmerzklinik-travemuende

Von Sana