Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Gesundheit Schwerhörig im Alter: „Entschuldigung, was haben Sie gesagt …?
Mehr Gesundheit

Schwerhörig im Alter: „Entschuldigung, was haben Sie gesagt …?

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:51 11.11.2021
Die meisten Träger verstehen mit dem CI deutlich mehr.
Die meisten Träger verstehen mit dem CI deutlich mehr. Quelle: Foto: Newsroom Cochlear/akz-i
Anzeige

So wie alle Sinnesleistungen nimmt auch unser Hörvermögen im Alter ab. Die Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) setzt etwa ab dem 50. Lebensjahr ein. „Ursächlich sind in erster Linie Verschleißerscheinungen, insbesondere an den Haarzellen unseres Innenohrs“, erklärt Hörakustik-Meisterin Selina Pandiscia. Darüber hinaus können unterschiedliche Faktoren – wie anhaltende Lärmbelastungen, Nikotinkonsum oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – zum Prozess beitragen.

 

Meist werden zunächst hohe Frequenzen nicht mehr richtig gehört. „In einer lauten Umgebung, etwa im vollen Café, fällt es Betroffenen zudem häufig schwer, Unterhaltungen zu folgen. Dies kann dazu führen, dass sie sich sozial zurückziehen“, sagt die Akustikerin. Auch die Unfallgefahr kann steigen, zum Beispiel wenn Autos im Straßenverkehr nicht mehr gehört werden.

 

Häufig nehmen Betroffene die zunehmende Schwerhörigkeit als normale Alterserscheinung hin. „Doch das muss nicht sein“, betont Selina Pandiscia. „Es gibt verschiedene Systeme, durch die der Hörverlust ausgeglichen werden kann.“ Meist rät der Arzt zunächst zu einem Hörgerät: Dieses nimmt Sprache, Musik, Geräusche und andere akustische Signale auf, verstärkt sie und leitet sie in den Gehörgang ins Ohr.

 

Falls Betroffenen durch ein Hörgerät nicht mehr ausreichend geholfen werden kann, kommt – insbesondere bei mittelgradigem bis vollständigem Hörverlust – oftmals ein Cochlea-Implantat (CI) infrage. Das zweiteilige System imitiert die Funktion eines gesunden Innenohrs, der Cochlea. „Der externe Part erfasst den Schall und wandelt ihn in elektrische Signale um. Diese überträgt er an das Implantat, das hinter dem Ohr unmittelbar unter der Haut eingesetzt wird“, erläutert Selina Pandiscia. Das CI sendet anders als Hörgeräte elektrische Signale direkt an den Hörnerv – und ersetzt damit die beschädigten Haarzellen im Innenohr.

 

Die Kosten für das Implantat werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Nach der Operation in einer spezialisierten CI-Klinik lernen Patienten schrittweise, mit den neuen Sinneseindrücken umzugehen. „Die meisten Träger hören und verstehen mit dem CI deutlich mehr als zuvor mit ihren Hörgeräten. Eine individuell passende Behandlung der Schwerhörigkeit kann somit dazu beitragen, die Lebensqualität im Alter zu erhalten.“

 

Mehr Informationen zum Thema finden Sie unter dem weiterführenden Link.

akz-i