Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kommentar Endlager für Atommüll: Suche auf der weißen Landkarte
Mehr Meinung Kommentar Endlager für Atommüll: Suche auf der weißen Landkarte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:50 10.04.2013
Joachim Riecker
Joachim Riecker Quelle: hfr
Anzeige

Seit der Atomkatastrophe von Fukushima hat sich diese Erkenntnis in allen politischen Lagern durchgesetzt.

Nun heißt es: Zurück auf Start! Die Suche nach einem Endlager wird neu aufgerollt, auch wenn sie weitere Milliarden-Beträge verschlingen wird. Die viel beschworene „weiße Landkarte“ soll sicherstellen, dass in ganz Deutschland nach einem Standort gesucht werden kann. Es ist für Umweltminister Peter Altmaier (CDU) ohne Frage ein Erfolg, dass sich gestern mit Ausnahme der Linken alle wichtigen Parteien auf ein Verfahren für eine neue Suche geeinigt haben.

Aber auch andere Politiker haben dazu beigetragen: So Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck, indem er die Bereitschaft erklärte, bisher für Gorleben vorgesehene Castor-Behälter möglicherweise in Brunsbüttel zwischenzulagern. Und Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD), indem er auf seine Wahlkampfforderung verzichtete, dass Gorleben schon jetzt aussortiert werden müsse.

Doch an Gorleben wird auch deutlich, vor welchen großen Problemen die neue Suche steht. Denn sollte am Ende wieder der Salzstock im Landkreis Lüchow-Dannenberg als bester Standort herauskommen, wäre die Enttäuschung vor Ort gewaltig. Ob allerdings jemals eine Alternative gefunden werden kann, steht in den Sternen. An jedem Ort, der als mögliches atomares Endlager auch nur halbwegs ernsthaft diskutiert wird, dürfte der Widerstand gewaltig sein. Mit dem Hinweis darauf, dass es ja jetzt im Unterschied zu früher ein transparentes Verfahren gebe, wird er sich kaum beruhigen lassen.

Es gibt zu dem Weg, den Altmaier jetzt verfolgt, zwar keine vernünftige Alternative. Doch ob er jemals zum Erfolg führen wird, also einem gesellschaftlich akzeptierten atomaren Endlager, ist völlig unklar.

Joachim Riecker

Wohin mit dem Atommüll? Grafik: dpa/Sahmkow