Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Studium und Beruf Wie werde ich Milchtechnologe/in?
Mehr Studium und Beruf Wie werde ich Milchtechnologe/in?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:13 16.01.2017
Niclas Kaese absolviert die dreijährige Ausbildung zum Milchtechnologen. Die Experten machen aus Rohmilch Käse, Butter und Joghurt. Kaese lernt in der Bio-Molkerei in Münchehofe in Brandenburg. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
Münchehofe
Milchtechnologen

Niclas Kaese selbst wollte beruflich in Richtung Informatik gehen. Doch dann kam der Chef der nahegelegenen Bio-Molkerei in Münchehofe südöstlich von Berlin vorbei und machte Werbung.

Kaese, nun im zweiten Lehrjahr, hat die Entscheidung nicht bereut - obwohl er keine genaue Vorstellung davon hatte, was ihn in der dreijährigen, dualen Ausbildung erwarten würde. „Der Unterricht beinhaltet viel Physik, Biologie und Chemie und ist weitaus umfangreicher als zunächst vermutet, doch genau das gefällt mir daran“, sagt er.

Milchtechnologen stellen Produkte wie Joghurt, Butter, Käse oder Milchpulver her. Zuerst überprüfen sie die Milch, die bei der Molkerei angeliefert wird. „Der Betriebsraum ist das Herz der Molkerei“, sagt Ausbilder Olav Wittkowski. Dort wird der Fettgehalt der Milch bestimmt. Vor der Weiterverarbeitung wird sie zentrifugiert, um sie zu reinigen und um den Rahm von der Magermilch zu trennen. Anschließend wird so viel Rahm hinzugegeben, dass Milch mit dem gewünschten Fettgehalt entsteht. Danach wird sie pasteurisiert und homogenisiert.

Gläsernen Molkerei

Milchtechnologen in Ausbildung bekommen in Münchehofe je nach Lehrjahr zwischen 770 und 850 Euro Ausbildungsvergütung pro Monat. Schwer falle es den Azubis anfangs oft, schon um 6.00 Uhr anzufangen. Die Gläserne Molkerei arbeite im Drei-Schicht-System sieben Tage die Woche.

Zentralverbands Deutscher Milchwirtschaftler

Das Problem sei, dass es gerade im Nordosten Deutschlands große Molkereibetriebe gibt, dort aber die jungen Menschen fehlen. Auch Olav Wittkowski bestätigt, dass es schwer sei, junge Erwachsene für das Landleben zu begeistern. Ein weiteres Problem, das Torsten Sach sieht, ist die Konkurrenz zu anderen Branchen. So könnten Milchtechnologen beispielsweise auch in der Pharmaindustrie arbeiten.

Bundesinstitut für Berufsbildung

Die theoretische Ausbildung absolviert Niclas Kaese an der Berufsschule in Oranienburg - einem von fünf Standorten in Deutschland. Kaese möchte danach in der Gläsernen Molkerei bleiben. „Ein Milchtechnologe wird immer gebraucht“, ist er sich sicher. Er könne sich aber auch ein Studium im Bereich der Milchwirtschaft oder einen Meisterlehrgang vorstellen.

dpa/tmn