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Brennpunkte Prominente feiern Streeps politische Trump-Rede
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15:53 09.01.2017
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Los Angeles

Für ihre politische Rede über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat die Schauspielerin Meryl Streep viel Bewunderung von Hollywood-Kollegen geerntet.

„Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“, sagte die 67-jährige Streep in der Nacht zu Montag unter Tränen bei der Verleihung der Golden Globes.

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Der eindrücklichste Auftritt des Jahres sei für sie nicht in einem Film gewesen, sondern ein Wahlkampfauftritt Trumps, bei dem er mit zuckenden Armen die Gelenksteife eines körperlich behinderten Reporters nachzuahmen schien. „Es hat mein Herz gebrochen, als ich es gesehen habe, und ich kann es noch immer nicht aus meinem Kopf bekommen. (...) Dieser Instinkt, andere zu demütigen - wenn es von jemandem in der Öffentlichkeit vorgemacht wird, von jemand Mächtigem - zieht sich in den Alltag von uns allen.“ Schließlich gebe das anderen Menschen vermeintlich die Erlaubnis, dasselbe zu tun: „Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt.“

Trump wies Streeps Darstellung zurück. „Ich habe nie einen körperlich behinderten Reporter "nachgeäfft" (würde das nie tun)“, schrieb er am Montag auf Twitter. Er habe nur das „katzbucklige“ Verhalten des damaligen „Washington Post“-Reporters Serge Kovaleski in einer Diskussion um dessen Artikel zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zeigen wollen. Der künftige US-Präsident bezeichnete die dreifache Oscar- und achtfache Golden-Globe-Gewinnerin Streep als „eine der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood“. Sie sei eine „Dienerin“ von Trumps früherer Konkurrentin Hillary Clinton, die „in großem Stil verloren“ habe.

Auch in einem Telefoninterview der „New York Times“ äußerte sich Trump. Er sei von Streeps Kritik „nicht überrascht“, sagte er und bezeichnete sie als „eine Hillary Freundin“. Er habe die Verleihung der Golden Globes zwar nicht gesehen. Er sei aber schon früher von „liberalen Filmleuten“ attackiert worden.

Die Galagäste im Saal hatten Streeps Rede gebannt zugehört. Viele reagierten sichtlich gerührt, einige hatten Tränen in den Augen. Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter lobten viele Streeps Auftritt: „Ein überwältigender Moment, wie wir ihn selten im Fernsehen sehen“, schrieb etwa Regisseur Michael Moore über Streeps „leidenschaftliche Golden-Globe-Rede“. Schauspielerin Julianne Moore verwies auf das Streep-Zitat „Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle“ - und ergänzte: „Danke #MerylStreep“. Ihre Kollegin Juliette Lewis twitterte: „Meryl Streep sagt alles, was gesagt werden muss auf sehr profunde und elegante Weise.“ Danny Glover twitterte: „Ich kann immer darauf setzen, dass Meryl etwas Signifikantes sagt“.

Zuvor hatte Streep bereits über die Herkunft vieler der nominierten Stars gesprochen. Hollywood sei voll von Ausländern: „Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr zu schauen außer Football und Mixed Martial Arts“, sagte die US-Schauspielerin über den Kampfkunst-Sport, von dem Trump großer Fan ist. Die dreifache Oscargewinnerin wurde bei der Gala mit dem Cecil B. Demille-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

dpa

Ein Drama über einen homosexuellen Schwarzen wird mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Großer Gewinner des Abends ist aber ein nostalgisches Musical: Noch nie gab es mehr Ehrungen für einen Film. Meryl Streep nutzt die Bühne für ein politisches Statement.

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