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Digital 35 Jahre E-Mail: Rekord mit 850 Milliarden Absendungen
Nachrichten Digital 35 Jahre E-Mail: Rekord mit 850 Milliarden Absendungen
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18:34 02.08.2019
„Michael, this is your official welcome to CSNET", lauten die ersten Wörter der Mail an Michael Rotert und seine Mitarbeiter. Quelle: picture-alliance/ dpa
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Hannover

Auch WhatsApp, Facebook und Instagram zum Trotz werden seit 35 Jahren kontinuierlich immer mehr E-Mails verschickt. 2018 war das Rekordjahr: 848,1 Milliarden verschickte E-Mails in Deutschland. Im Vergleich zu 2017 wurden damit 77 Milliarden mehr digitale Briefe versendet, berichtet das Online-Portal Statista. Dabei waren die Anfänge der elektronischen Briefe eher schleppend.

Am 3. August 1984 um 10:14 Uhr wurde ein Stück Internet-Geschichte geschrieben: Die erste E-Mail in Deutschland ging an einen Empfänger raus. Nur wenige Experten waren damals in der Lage, E-Mails zu versenden. Für die Übertragung waren riesige Computer nötig – der damalige Empfangscomputer VAX 11/750 hatte die Größe einer Waschmaschine, erinnert der E-Mail-Provider web.de in einer Mitteilung zum Jahrestag.

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Michael, this is your official welcome to CSNET“: Mit diesen Worten begann demnach die erste in Deutschland empfangene E-Mail. Gesendet wurde sie von der US-Amerikanerin Laura Breeden vom Institute of Technology in Massachusetts – allerdings schon einen Tag vorher. Am 2. August 1984 um 12:21 Uhr schickte sie die E-Mail los, am 3. August kam sie dann in Karlsruhe an. Mit ihrer Mail begrüßte Breeden ihre deutschen Kollegen, Michael Rotert und Werner Zorn, von der Universität Karlsruhe.

Michael Rotert im Jahr 2014: Am 3. August 1984 empfing er die erste E-Mail Deutschlands. Quelle: picture alliance / dpa

Das CSNET (Computer Science Network) war eines der ersten Computernetzwerke, entwickelt in den 1980er Jahren in Amerika. Das Netzwerk wurde damals ausgetüftelt, damit Hochschulen untereinander kommunizieren und ihr Wissen austauschen können. Bei dem Austausch unter den Hochschulen blieb es dann auch einige Jahre – der Boom der E-Mail kam erst einige Jahre später, als die ersten kommerziellen Internet- Provider in Deutschland entstanden.

Lesen Sie hier:Früher war alles besser: Die Sehnsucht nach dem „alten“ Internet

Durchbruch zur Jahrtausendwende

Am Anfang war die Skepsis – und ein eingeschränkter Zugang zum Internet, doch das Aufkommen kostenloser Angebote sorgte für den Durchbruch der E-Mail. Mehr und mehr wurden in den 1990er-Jahren E-Mails in Firmen, aber auch im Freundes- und Bekanntenkreis genutzt. Dass das Verschicken von E-Mails auch durchaus romantisch sein kann, bewies dann 1998 der Hollywood-Streifen „E-Mail für dich“ mit Tom Hanks und Meg Ryan.

Zur Jahrtausendwende ist sie dann endgültig angekommen: 32,3 Milliarden E-Mails wurden im Jahr 2000 verschickt. Die weibliche Computerstimme, die uns mit den Worten „Sie haben Post“ auf eine neue E-Mail hinwies, gibt es zwar schon lange nicht mehr – bleibt aber unvergessen und spiegelte ein neues Zeitalter der Kommunikation wider.

Heute ist die E-Mail nicht wegzudenken

Und heute? 85 Prozent der Deutschen gaben 2018 an, E-Mails täglich zu nutzen, auch wenn ihr Image mit den Jahren gelitten hat. Hackerangriffe auf Microsoft,
Software-Entwickler, die Mails mitlesen können, sowie Phishing-Mails und Spam-Mails in allen denkbaren Variationen sind eine Gefahr. Künftig werde sich noch vieles tun – von der intelligenten Spambekämpfung bis hin zu Tools für eine bessere Organisation des eigenen Online-Alltags, erklärte Jan Oetjen, Geschäftsführer der E-Mail-Anbieter web.de und GMX, anlässlich des 35. Geburtstag der E-Mail in Deutschland.

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Von Alice Mecke/RND