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Digital Musikindustrie im Umbruch: Streaming-Anbieter dominieren erstmals den Markt
Nachrichten Digital Musikindustrie im Umbruch: Streaming-Anbieter dominieren erstmals den Markt
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17:22 11.03.2019
Streamingdienste wie Spotify wachsen auch in Deutschland weiterhin kräftig. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Berlin

Musikstreaming-Dienste haben mit ihren digitalen Angeboten zum ersten Mal mehr Umsatz gemacht als der physische Musikverkauf – also vor allem CDs. Allein im vergangenen Jahr ist der Umsatz von Audio-Streaming-Anbietern in Deutschland um 33,5 Prozent auf 734 Millionen Euro gestiegen – der Marktanteil von Spotify und Co. an allen Musikverkäufen beträgt mittlerweile fast 50 Prozent. Das geht aus dem Jahresbericht 2018 des Bundesverbandes Musikindustrie hervor.

Der Gesamtumsatz der Branche betrug im vergangenen Jahr demnach knapp 1,6 Milliarden Euro – das ist fast genauso viel wie im Jahr 2017 (-0,4 Prozent).

Der gesamte digitale Musikvertrieb – also Download- und Streaming-Angebote – ist 2018 erstmals umsatzstärker gewesen als der physische, mit 56,7 zu 43,3 Prozent. 2017 lag das Verhältnis noch bei 53,4 zu 46,6 Prozent zugunsten des physischen Musikverkaufs.

Der CD-Verkauf befand sich im vergangenen Jahr weiterhin im freien Fall: Er ging 2018 um ein Fünftel zurück – der Marktanteil beträgt nur noch gut 36 Prozent. Die Vinylverkäufe verzeichnen nach vielen Jahren des Wachstums einen Umsatzrückgang um 5,2 Prozent. Mit 70 Millionen Euro machen sie 4,4 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Video-Streaming generiert kaum Einnahmen

Dr. Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des BVMI, kritisiert, dass die Einnahmen durch Video-Streaming für die Künstler viel zu niedrig seien: „Laut aktuellen Studien konsumieren die Fans Musik zu etwa gleichen Zeitanteilen über Audio- und Video-Streaming-Angebote.“

Das schlägt sich jedoch mitnichten im Umsatz nieder. Während Audio-Streaming inzwischen für bald 50 Prozent der Brancheneinnahmen steht, fließen durch die über Video-Dienste gestreamte Musik gerade einmal 2,4 Prozent an die Kreativen und ihre Partner zurück, was in der aktuellen Diskussion über die Urheberrechtsreform oft vergessen wird.“

Von Jörn Zahlmann/RND

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