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Digital Facebook richtet Aufsichtsgremium gegen Hassreden ein
Nachrichten Digital Facebook richtet Aufsichtsgremium gegen Hassreden ein
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11:47 25.06.2019
40 unabhängige Experten werden im neuen Gremium vertreten sein und über Fragen von Facebook-Nutzern beraten. Quelle: Fabian Sommer/dpa
Berlin

Facebook will noch in diesem Sommer ein neues unabhängiges Aufsichtsgremium einrichten, um Hasskommentare konsequenter bekämpfen zu können. Das kündigte Facebook-Sprecher Nick Clegg am Montag auf einer Veranstaltung der Hertie School of Governance in Berlin an. In dem Gremium sollen 40 Mitglieder aus der ganzen Welt sitzen, zum Beispiel Wissenschaftler, Juristen, Journalisten und andere Experten.

Clegg, ehemaliger britischer Vize-Premierminister, räumte ein, dass die bisherigen Facebook-Regeln zur Bekämpfung der Hassrede „Gegenstand vieler Debatten“ sind. Aus diesem Grund werde Facebook dieses unabhängige Aufsichtsgremium schaffen. „Die Entscheidungen des Gremiums werden transparent und verbindlich sein, so dass die Menschen gegen unsere Inhalte Einspruch erheben können“, sagte Clegg.

Gremium berät über Fragen der Nutzer

Das Gremium soll über strittige Fragen beraten, die ihnen Facebook-Nutzer vorschlagen – zum Beispiel die Frage, ob Hasskommentare künftig konsequent gelöscht werden oder ob sie online bleiben, aber mit einer Art Warnhinweis versehen werden sollen. Denkbar wäre auch, den Kommentaren Reichweite zu entziehen, sie also kaum noch Facebook-Nutzern anzuzeigen. Clegg betonte, die Entscheidungen dieses Gremiums sollten für Facebook verbindlich sein.

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Facebook: „Zuerst Euphorie, dann Angst“

Clegg wies zugleich darauf hin, die Facebook-Plattform könne nicht jede Hass-Äußerung unterbinden. Das Internet sei letztlich eine Technologie, die nicht von sich aus gut oder schlecht sei. Die Druckerpresse habe der Menschheit die Schönheit der Shakespeare-Komödie „Was ihr wollt“ beschert, aber auch den Hass von Hitlers „Mein Kampf“. Jede große technologische Revolution folge einem Muster. „Zuerst gibt es Euphorie, dann herrscht Angst, und schließlich finden wir ein vernünftiges Gleichgewicht.“

Clegg betonte in einem ZDF-Interview, Facebook habe zuletzt auch auf Hasskommentare im Mordfall Walter Lübcke reagiert. „Nach den furchtbaren Umständen, unter denen Herr Lübcke getötet wurde, haben wir auf Facebook jede Verherrlichung des mutmaßlichen Mörders oder der Tat gelöscht“, sagte Facebook-Sprecher Clegg.

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Von RND/dpa

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