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Kultur Kammermusiker studieren bei Meisterkursen an Lübecks Musikhochschule
Nachrichten Kultur Kammermusiker studieren bei Meisterkursen an Lübecks Musikhochschule
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12:58 26.03.2019
Professor Eberhard Feltz (r.) gibt einen Meisterkurs in Kammermusik an der Musikhochschule Lübeck. Quelle: Nick Vogler
Lübeck

Natürlich kennen die Studenten ihr Schubertquartett, das sie gerade vortragen. Sie haben es bereits oft geprobt und spielen es jetzt gemeinsam, hören auf die Einsätze der Stimmen, werden zusammen lauter und leiser. Doch im Kurs bei Prof. Eberhard Feltz, einem renommierten Streichquartettlehrer, hat alles schnell nur wenig Bestand. Der dringt in die Architektur des Stückes ein. Fragt nach dem Aufbau der Akkorde, nach der Struktur, nach den Formen, die der mit 16 Jahren noch junge Komponist Schubert zu Papier gebracht hat. Oft genug schweigen die Studenten bei der Suche nach Antworten. Feltz hilft ihnen, musikalisch den Weg zu finden.

Öffentlicher Unterricht für Ensembles

Seit Montag läuft der Kammermusik Campus an der Musikhochschule Lübeck (MHL). Elf fortgeschrittene Ensembles bekommen eine Woche lang Unterricht. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Streichquartetten von Franz Schubert und kammermusikalischen Werken von Johannes Brahms. Die Dozenten sind der Violinpädagoge Eberhard Feltz aus Berlin und der Pianist Anthony Spiri aus Köln, der für Gerald Fauth einspringt. Fauth musste krankheitsbedingt absagen. Zwei Abschlusskonzerte am Sonnabend in der MHL runden für die Kursteilnehmer, das Publikum und die Dozenten den Campus ab.

Öffentliche Unterrichte und Abschlusskonzerte

Unterrichtet wird öffentlich jeden Tag von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 in der Musikhochschule Lübeck.

Der Kammermusik Campus endet mit zwei Abschlusskonzerten am 30. März um 17 und 19.30 Uhr im Kammermusiksaal der MHL.

Feltz fordert unbedingte Aufmerksamkeit von seinen Studenten. Weg mit aller Routine, verordnet er: „Tut alles hier so wie zum ersten Mal.“ Das klappt natürlich nicht immer. Die Finger und der Bogen führen ein lange geübtes Eigenleben. Feltz lässt das nie gelten. Der Mensch selbst müsse das Instrument sein, Geige, Cello, Bratsche, Bogen, Saiten – all das seien lediglich Verlängerungen des Körpers.

Die Suche nach der Struktur der Musik

Jahrzehntelang hat Eberhard Feltz an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin unterrichtet, und besitzt als Pädagoge weltweit einen Ruf. Regelmäßig leitet er Meisterklassen in Europa und den USA. Er war und ist Mentor großer Streichquartette, darunter das Vogler-, Kuss-, Faust-, Atrium-, Calder- und Ebène-Quartett.

In Lübeck hilft er den Musikern beim detektivischen Ergründen der Musik. Mit diebischer Freude und größtem Respekt vor der Komposition seziert er die Partitur, zeigt Zusammenhänge, Verbindungen, Wendepunkte. „So müsst ihr arbeiten, das Werk kennenlernen“, legt er den Studenten ans Herz. Dabei geht er in der Analyse bis ins kleinste Detail, ob Sitzhaltung, Bogenführung, feinste Intonation – und lässt dabei doch die Geste der Musik, um die es ihm geht, nie aus den Augen. Und schon nach wenigen Minuten zeigt das gemeinsame Verständnis, die gemeinsame Idee von einer so erarbeiteten Stelle Wirkung. Das Jensen Quartett aus Lübeck spielt die eben neu erlebten Takte. Den Unterschied zu vorher fasst Feltz in einem Lob zusammen: „6000 Prozent besser!“

Die große Welt gastiert in Lübeck

„So ein Kurs ist für die Ensembles Gelegenheit außerhalb des Alltäglichen, sich vertiefend mit der Kammermusik zu beschäftigen, Muße zu finden, Zeit zu investieren“, sagt der Lübecker Violin- und Kammermusikprofessor Heime Müller, der den Campus jährlich organisiert. Und es sei eine gute Gelegenheit, mit den Gastprofessoren die große Welt nach Lübeck einzuladen.

Davon profitieren kann auch das Publikum. Die Kurse sind öffentlich, Feltz begrüßt die Zuhörer persönlich, wer mag, kann während der Probe in die Noten schauen. Fast atemlos verfolgt Hobbymusikerin Adelheit Müller (82) die Arbeit an den Schubertwerken. „Jetzt verstehe ich, warum einige Quartette nur die Musik spielen, andere dagegen die Werke so durchdringen, dass es einen tief ergreift“, sagt sie hinterher.

Nick Vogler

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