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Kultur im Norden Was es bei den Nordischen Filmtagen zu sehen gibt
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16:27 29.08.2019
Klaustrophobisches von den Färöer-Inseln: „Nina“ heißt der Film, der am 20. September zur Einstimmung auf die Filmtage in der Filmnacht-Andacht in St. Petri läuft. Quelle: hfr
Lübeck

Vom 29. Oktober bis zum 3. November laufen die Nordischen Filmtage Lübeck. Es sind die 61. – und vielleicht die letzten unter Führung der langjährigen künstlerischen Leiterin Linde Fröhlich. Ihr Vertrag läuft aus. Und dann? „Schauen wir mal“, sagte sie. Weiter wollte sie sich nicht dazu äußern, als am Donnerstag (29. August) während eines Pressegesprächs erste Programmpunkte der Veranstaltung vorgestellt wurden. Aus der Pressestelle hieß es, man werde zu gegebener Zeit Stellung nehmen.

Filmtipps von Kuratoren der Filmtage finden Sie hier:

Auch sonst gibt es Bewegung bei dem international beachteten Festival, das in diesem etwa 200 Spiel- und Kurzfilme sowie Dokumentationen zeigen wird und mehr als 800 Fachbesucher erwartet.

Wasser im Weltall

Unter anderem wird der Fulldome auf dem Klingenberg mit 15 Metern und etwa 120 Sitzplätzen deutlich größer sein als bisher. Die weiße Kuppel hat sich seit 2016 zum festen Programmpunkt entwickelt. In diesem Jahr laufen in ihr Filme zum Thema Wasser, sagte Ralph Heinsohn, der Kurator des 360-Grad- und -Virtual-Reality-Kinos. Zwischen 12 und 15 Uhr wird es bei freiem Eintritt und in Zusammenarbeit mit der Stadt Vorträge geben und der Fulldome zum „Wissensglobus“ werden. Dabei soll es unter anderem um Themen wie „Fridays for Future“ oder Wasser im Weltall gehen.

Die Retrospektive dreht sich um Spionagefilme aus den Jahren 1913 bis 2012. Und zwar aus Skandinavien, aber auch aus den baltischen Ländern, die Jahrzehnte eine ganz andere Blickrichtung hatten, sagte der Kurator Jörg Schöning. In den ehemals zur Sowjetunion gehörenden Staaten habe der Feind noch im Westen gestanden. Ansonsten fänden sich in der Reihe Komödien, Satiren, Farcen, Liebesfilme – „Spannungskino aus dem Ostseeraum mit zeitgeschichtlichem Hintergrund“. Der dänische Verband der Filmkomponisten wird in der Lübecker Altstadt Hologramme von Spionen und Agenten mit musikalischer Begleitung auferstehen lassen.

52 500 Euro Preisgeld

Für die neun Auszeichnungen des Festivals stehen in diesem Jahr insgesamt 52 500 Euro Preisgeld zur Verfügung. „Ein Spitzenwert“, unterstrich Kultursenatorin Kathrin Weiher. So haben die Lübecker Gewerkschaften die Dotierung ihres Dokumentarfilm-Preises auf 5000 Euro verdoppelt. Zurück geht dieser Preis auf ein Engagement der Lübecker IG Metall aus dem Jahr 199. In diesem Jahr hat ihn der DGB Nord übernommen.

Im Nachwuchsbereich gibt es wieder die Young Nordic Filmmakers. Deren Zahl konnte jetzt auf 20 junge Menschen zwischen 17 und 22 Jahren aus Norwegen, Finnland, Dänemark und Norddeutschland erweitert werden. Im Oktober werden sie sich in Lübeck treffen – und im Jahr darauf in norwegischen Tromsø – und kurze Dokumentar- und Spielfilme drehen. Es werden noch Teilnehmer gesucht. Das gilt auch für die Festival-Blogger. Und für die Kinderjury, die aus etwa zehn Filmen einen Sieger auszuwählen hat. Interessierte können sich melden (presse@nordische-filmtage.de).

Stummfilme vertont

Ein neues Nachwuchsprojekt ist in Zusammenarbeit mit Lübecks französischer Partnergemeinde La Rochelle entwickelt worden, wo es ebenfalls ein internationales Filmfest gibt. Acht junge Musiker aus Lübeck waren in diesen Sommerferien eine Woche dort und haben mit französischen Jugendlichen drei Stummfilme vertont – insgesamt 30 Minuten Musik, die mit den Filmen am 1. November im Rahmen der Retrospektive erleben zu sein wird. Bekannt ist schon das Schulkino, bei dem 1500 bis 2000 Schulkinder kostenlos Filmtage-Vorstellungen besuchen können.

Zur Einstimmung auf die Filmtage wird es am 20. September wieder eine Filmnacht-Andacht in der Petrikirche geben. In diesem Jahr mit „Nina“, einem klaustrophobischen Psychodrama von den Färöer-Inseln, begleitet von Musikern der Lübecker Musikhochschule und mit einer theologischen Auslegung von Pastor Bernd Schwarze. Neue Kuratorin des Filmforums ist Lilli Hartwig, die schon Erfahrung als Forums-Moderatorin hat.

800 000 Euro Etat

Insgesamt hat das Festival in diesem Jahr einen Etat von knapp 800 000 Euro. Je ein Viertel werde durch die Stadt Lübeck sowie Einnahmen aus Ticketverkauf und Gebühren bestritten, sagte Filmtage-Manager Florian Vollmers. Die andere Hälfte komme von Sponsoren, Stiftungen und Fördertöpfen. Ohne diese Unterstützung wäre das alles gar nicht möglich. Das Festival-Programm wird am 17. Oktober vorgestellt.

Von Peter Intelmann

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