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Kultur im Norden „Ain’t No Sunshine“: Bill Withers wird 80
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20:26 28.06.2018

Er lebt zurückgezogen. Seit 1985 privat in den Bergen von Los Angeles. 2015 trat er ausnahmsweise noch einmal kurz auf, bei seiner Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Ansonsten hat er auch zu seinem 80. Geburtstag am Mittwoch keine musikalischen Pläne. „Ich bin aufgewachsen im Zeitalter von Barbra Streisand, Aretha Franklin und Nancy Wilson. Das war eine Zeit, als eine fette, hässliche Tussi, die singen konnte, noch wertgeschätzt wurde. Jetzt geht alles um Image. Das hat keine Poesie. Es ist einfach nicht meine Zeit.“ Musik habe ihn in seinen 30ern mehr interessiert. „Ich bin nicht motiviert, Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen oder überall hin zu reisen. Dafür gab es eine Zeit. Als es vorbei war, war es vorbei. Jetzt ist etwas anderes dran.“

Zudem sei er glücklich mit seinem Leben, wie es jetzt sei, sagt Withers. Seine Frau Marcia kümmert sich um ihn und um die Verwaltung der Tantiemen, von denen beide gut leben können. Die beiden erwachsenen Kinder wohnen in der Nähe. „Was soll ich denn noch kaufen? Ich habe so viel Glück gehabt. Ich habe eine nette Frau, die mich wie Gold behandelt.“

Geboren wurde Withers 1938 als jüngstes von sechs Kindern eines Bergarbeiters im armen Kohlebergwerksort Slab Fork in West Virginia. Schon dort beeindruckt ihn die Musik. „Wir lebten direkt an der Grenze zwischen der schwarzen und der weißen Nachbarschaft. Ich habe die Jungs Country-Musik spielen hören, und in der Kirche hörte ich Gospel. Überall war Musik.“

Mit 17 geht Withers zur Marine, danach baut er Flugzeugteile in Kalifornien. Als er zufällig mitbekommt, wieviel mehr Geld einige Musiker verdienen, bringt er sich selbst Gitarre und Klavier bei und beginnt, Songs zu schreiben. In den kommenden rund 20 Jahren veröffentlicht er acht Alben, spielt umjubelte Konzerte und gewinnt drei Grammys.

Bill Withers ist für Schwarze das, was Bruce Springsteen am nächsten kommt“, sagte Rapper Questlove einmal. Withers sei wie Stevie Wonder, Michael Jackson oder die Beatles, sagt Sänger Ed Sheeran. „Niemand kann sagen, dass er nicht von ihm beeinflusst worden ist. Denn auch wenn man kein Fan ist, irgendwann ist man von jemandem beeinflusst worden, der von ihm beeinflusst worden ist.“

LN

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