Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Kultur im Norden Alte Musik, kein bisschen verstaubt
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Alte Musik, kein bisschen verstaubt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:01 20.07.2019
Alte Musik federleicht dargeboten: das Amsterdam Baroque Orchestra und mit Chor. Quelle: hfr
Anzeige
Lübeck

Erfahrung und Geschmack – der Niederländer Ton Koopman besitzt beides. Sein Leben lang widmete er sich Alter Musik und historischer Aufführungspraxis. Bereits vor vierzig Jahren gründete der heute 74-Jährige das Amsterdam Baroque Orchestra, dreizehn Jahre danach den passenden Chor dazu. Mit beiden Ensembles war er am Freitagabend im Lübecker Dom zu Gast. Das Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals wurde zu einem Höhepunkt der Konzertsaison.

Sopranistin Elisabeth Breuer wie ein Engel

Es waren nicht nur sein eigenes Orchester und sein Chor, auf die sich der Dirigent, Organist und Cembalist verlassen konnte. Es waren auch die sechs Solisten, die allesamt – und das ist selten – hervorragend sangen: Wie ein Engel schwang sich mit leichtem Sopran Elisabeth Breuer in eine zarte, aber raumfüllende Höhe. Sie war für die erkrankte Christina Landshamer eingesprungen. Ein stimmlich sehr ausgewogener Countertenor war Maarten Engeltjes. Die Tenorpartien füllten mit stimmlichem Glanz und ohne jede Härte Tilman Lichdi und William Knight. Als Bässe überzeugten Klaus Mertens sowie Andreas Wolf.

Musik wie zu Bachs Zeiten, aber nicht verstaubt

Auf dem Programm standen zwei geistliche und eine weltliche Kantate von Johann Sebastian Bach. Bereits im ersten Werk des Abends „Unser Mund sei voll Lachens“, BWV 110 schuf Ton Koopman eine große Strahlkraft auf instrumentaler und gesanglicher Ebene. Man konnte sehen, wie sich seine enorme Musizierfreude in den Gesichtern aller Künstler spiegelte. Das Orchester spielte auf historisch nachgebauten Instrumenten, deren Klang ungleich zurückgenommener ist als der moderner Instrumente, die für große Sinfonien und romantische Opern ausgelegt sind. Historisch heißt bei Koopman nicht gestrig und verstaubt. Er schaffte es, eine Musik zu entwickeln, wie sie zu Bachs Zeit geklungen haben mag, aber den zeitgenössischen Hörer mitzunehmen in seine Welt.

Humorvoll, mit vielerlei Augenzwinkern und dezenten Späßen gestalteten die Solisten die Kantate „Geschwinde, ihr wirbelnden Winde“, BWV 201, in der sich Phoebus und Pan einen musikalischen Wettstreit lieferten. Zwei Zugaben spielte der Altmeister. Das Publikum im voll besetzten Dom war sehr angetan.

Cornelia Schoof

Verein Defacto Art hat die Gebäude an der Wallstraße 3-5 erworben und übernimmt das Gelände in Erbpacht

20.07.2019

Im Rahmen von „Dörfer zeigen Kunst“ wird am Sonnabend eine Ausstellung zum Konzept-Fotos von Maren Winter eröffnet.

19.07.2019

Umbruch im Museum: Das Lübecker Behnhaus Drägerhaus digitalisiert seine Sammlung. Man kann sich jetzt auf seinem Smartphone oder Tablet Informationen zu den Kunstwerken holen. Und es gibt viel zu entdecken.

19.07.2019