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Kultur im Norden Romeo und Ethel – Shakespeare mal anders
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16:49 25.10.2019
Stecken in Verwicklungen: die Schauspieler Lisa Ahorn und David Nádvornik Quelle: Baraniak/hfr
Hamburg

„Wir spielen Bücher!“ lautet das Motto des Altonaer Theaters. Ob „Jenseits von Eden“ oder „Liebe in Zeiten der Cholera“: Das Privattheater im Herzen Ottensens nimmt sich in oft ungewöhnlichen Inszenierungen literarischer Vorlagen an, die bisher kaum bühnentauglich erschienen. Oft sind es aber auch die entsprechenden Verfilmungen, die im kollektiven Gedächtnis blieben. Nach „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“, der im Sommer gespielten Farce nach Pedro Almodovars Komödie von 1988, setzt man jetzt erneut einen Filmerfolg um.

Shakespeare in Love“ war 1999 der große Abräumer bei der Oscar-Verleihung. In sieben Kategorien wurde die britisch-amerikanische Komödie ausgezeichnet, unter anderem Gwyneth Paltrow als beste Hauptdarstellerin und Judi Dench als beste Nebendarstellerin. Die entschlossene Inszenierung und die herausragenden Darsteller sorgten für ein filmisches Meisterwerk, das auch als augenzwinkernde Satire auf den Filmbetrieb funktioniert.

Shakespeare gegen die Schulden

Ganz wie in den „echten“ Komödien Shakespeares wie „Was ihr wollt“ oder „Ein Sommernachtstraum“ spielt auch in dem Geschehen um den fiktionalisierten Erfolgsautor das verwirrende Spiel mit den Geschlechteridentitäten eine tragende Rolle. In London gegen Ende des 16. Jahrhunderts will der Theaterbesitzer Philip Henslowe seine Schulden abbezahlen, indem er ein neues Stück des jungen Nachwuchsautors William Shakespeare spielt. „Romeo und Ethel, die Piratentochter“ soll eine Komödie werden, in der für jeden etwas dabei ist.Shakespeare jedoch fehlt die rechte Inspiration. Daher lässt er sich von seinem Konkurrenten Christopher Marlowe auf die Sprünge helfen. Bei der Auswahl der Schauspieler fällt Shakespeare ein junger Mann auf, der in ein vornehmes Herrenhaus flüchtet. Als dort ein Fest stattfindet, schleicht sich Shakespeare als Musiker ein und verliebt sich hoffnungslos in Viola De Lesseps, die Tochter des Gutsbesitzers. Die ist jedoch bereits Lord Wessex versprochen. Shakespeare ahnt nicht, dass sich Viola zudem als Mann verkleidet in seine Schauspieltruppe eingeschlichen hat und ihm dort auf andere Art den Kopf verdreht. Schon ist der Zuschauer mitten im Stoff von ‚Romeo und Julia’ und somit im „Stück im Stück“.

Schwertkampf und Sex-Appeal

Mit seinem deftigen Witz traf das Lustspiel den Geist des elisabethanischen Theaters, das in London ebenfalls die Massen anlocken musste, um kostendeckend zu arbeiten. Statt abgehobener Kultur stand derbe Volksbelustigung mit Glamour, Schwertkampf und Sex-Appeal hoch im Kurs. Basierend auf dem Filmdrehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard, sorgte Lee Hall für die Bühnenfassung. Nach der Premiere im Londoner West End war die deutsche Version unter anderem im Saarland und im hessischen Bad Vilbel zu sehen. Die musikalische Leitung im Altonaer Theater hat Florian Miro, der auch eine Rolle auf der Bühne übernimmt.

Info:Shakespeare in Love“, Altonaer Theater, Premiere: 27. Oktober. Telefon: 040/399 058 70; www. altonaer-theater.de

Von Alexander Bösch

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