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Kultur im Norden Leistungsschau der Archäologie
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17:59 20.09.2018
Auch ein originalgetreuer Nachbau dieses Lübecker Kellers aus dem 12. Jahrhundert ist in Berlin zu sehen. Quelle: JENS BÜTTNER/dpa
Lübeck

„Bewegte Zeiten“ heißt eine Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau, die ab Freitag, 21. September, die spektakulärsten archäologischen Funde und Forschungsergebnisse der vergangenen 20 Jahre in Deutschland zeigt. Aus allen Bundesländern sind Objekte in die Hauptstadt gebracht worden. Allein Schleswig-Holstein ist mit 379 Ausstellungsstücken vertreten.

Die letzte Leistungsschau dieser Art hat 2002 an gleicher Stelle stattgefunden. „Menschen – Zeiten – Räume“ war sie betitelt, es war die erste im vereinten Deutschland. Diesmal ist sie eingebettet in das laufende Europäische Weltkulturerbejahr. Ihr Stellenwert sei „extrem hoch“ zu veranschlagen, sagt Ralf Bleile, Leiter des Museums für Archäologie Schloss Gottorf, aus dessen Bestand die schleswig-holsteinischen Objekte stammen. „Da kommen wirklich Dinge zusammen, die in dieser Kombination oder überhaupt zum ersten Mal gezeigt werden.“ Und zwar von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert.

Aus dem Norden sind unter anderem Bronzebecken aus der Zeit um 1000 v. Chr. zu sehen, die ein Detektorgänger 2010 bei Norderstapel im Kreis Schleswig-Flensburg gefunden hat. Es gibt Fibeln aus Haithabu und Schleswig sowie Kanonenmunition vom Wrack der „Prinzessin Hedvig Sofia“, die im frühen 18. Jahrhundert versenkt worden war. Auch eine silberne Gesichtsmaske aus dem Thorsberger Moor (Süderbrarup) befindet sich als Leihgabe in Berlin. Ebenso Knochenfragmente vom mittelsteinzeitlichen Fundplatz in Strande – mit etwa 7400 Jahren die ältesten bekannten menschlichen Überreste in Schleswig-Holstein. Oder der originalgetreue Nachbau eines Lübecker Holzkellers aus der Gründerzeit der Stadt im 12. Jahrhundert.

Himmelsscheibe von Nebra ist auch zu sehen

Die Ausstellung ist nicht chronologisch, sondern nach vier großen Themen gegliedert: Mobilität, Konflikt, Austausch und Innovation. Zu diesen Bereichen seien Anfragen aus Berlin gekommen, und dann habe man sich zusammen mit dem Archäologischen Landesamt an die Auswahl gemacht, sagt Museumsleiter Bleile – von Kanonenbruchstücken als den größten Objekten bis hin zu wenige Gramm schweren Kugelzonengewichten aus dem Frühmittelalter, die zum Abwiegen von Silber dienten. Sie werden jetzt in Berlin-Mitte neben Sensationsobjekten wie der Himmelsscheibe von Nebra ausgestellt, die im Original bis zum 5. November und danach als Kopie zu sehen sein wird. Auch der 2009 beim hessischen Waldgirmes gefundene Pferdekopf, der einst zu einem bronzenen Reiterdenkmal gehörte, zählt für einige Wochen dazu. Ebenso die fast 2000 Jahre alte Hafenmauer aus dem historischen Köln, die beim Bau der dortigen U-Bahn gefunden wurde und jetzt im Lichthof des Gropius-Baus steht. Insgesamt läuft die Schau bis zum 6. Januar nächsten Jahres.

Die Ausstellung soll zeigen, dass die Globalisierung nicht plötzlich in der Moderne vom Himmel gefallen ist, sondern tiefe Wurzeln hat. Seit jeher haben sich Menschen vernetzt, waren mobil, innovativ und haben den Austausch gesucht, wenn auch oft genug den Konflikt gefunden. Es hat schon immer „Bewegte Zeiten“ gegeben, das soll deutlich werden.

In Schloss Gottorf werden in den nächsten Monaten einige Vitrinen „etwas geplündert“ sein, sagt Bleile. Es gebe aber noch genug zu sehen: „Das Allerallermeiste ist da, wo es hingehört.“ Und Ende Januar würde man die Leihgaben ja auch schon wieder zurückerwarten.

Peter Intelmann

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