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Kultur im Norden Tim Maertens und das „Herz der Venus“
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17:23 25.09.2019
„Kunst soll in die Hintergründe vordringen“: Tim Maertens und das bläuliche „Herz der Venus“. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Die Skulpturen von Tim Maertens sind aus Stein, Bronze, Holz und Keramik. Daneben stellt der Lübecker Künstler ab Freitag (27. September) im Kunstraum K 70 an der Engelsgrube 70 grafische Bilder auf Papier und Readymades aus. Seine Arbeiten sind ein Spiel mit der Wahrnehmung, ein Infragestellen dessen, was ich sehe oder zu erkennen glaube. „arte fakten oder das Herz der Venus“ heißt die Ausstellung.

Vernissage am Freitag

Die Ausstellungseröffnungwird von Andreas Sonnenberger mit der Gitarre musikalisch begleitet, der Künstler trägt eigene lyrische Texte vor. Vernissage: Freitag, 27. September, 18.30 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 20. Oktober. Geöffnet ist sie Do und Fr von 17 bis 19 Uhr, Sa 12 bis 14 Uhr. Tim Maertens ist zudem am 29. September im K 70 anwesend (15 bis 18 Uhr).

Das „Herz der Venus“, die titelgebende Skulptur, ist aus Alabaster. Das Objekt liegt weit geöffnet da und lässt den Besucher in sein spiegelblankes, bläulich schimmerndes Inneres blicken. Die äußere Hülle ist uneben und ruppig. Ist es eine Muschel oder einfach nur ein Stein? Jeder Betrachter interpretiert das Objekt nach seinen ganz individuellen Assoziationen. Der 50-jährige Bildhauer und Maler betont, Anspruch und Forschungsauftrag der Kunst sei es, die Oberfläche der Dinge und Symbole zu durchleuchten. Maertens: „Kunst soll in die Hintergründe, in die Metaphysik vordringen – in das Herz der Existenz.“

Flammenartig und honigfarben

Dazu laden seine Arbeiten ein, die in der Mitte des Raumes auf einem winkelförmigen Podest angeordnet sind: eine Bronze, die wie ein in sich verschlungenes Wollknäuel Durchblicke zulässt. Ebenso ist „sun radio“ durchlässig: ein aufrecht stehender Quader aus Serpentin, der exakt in seiner Mitte durchtrennt ist von einer zarten Welle, durch die Licht scheint. Trifft ein Sonnenstrahl auf eine weitere flammenartige Skulptur aus honigfarbenem Alabaster, erscheint diese regelrecht lebendig. Das formschöne Objekt aus Eichenholz, das wie ein überdimensionales Ei auf seinem dickeren Ende ruht, gewinnt durch seine dunklere Maserung Tiefe.

Kleine Skulpturen aus Alabaster sind an einer Wand befestigt. Auch sie fordern die Wahrnehmung heraus: Was projiziere ich hinein in die Dinge, die ich sehe? Kann ich da etwa tatsächlich ein Gesicht erkennen? Der Künstler greift bewusst das Phänomen der Pareidolie auf, wonach man in Naturerscheinungen Figuren, Gesichter oder Szenen zu erkennen glaubt. Auch in seinen farbstarken Bildern auf Papier, in einer Serie von Torus-Studien – salopp ausgedrückt: Donuts, also Kringel mit Öffnung in der Mitte – spielt der Künstler mit der Möglichkeit, sie ganz gegenständlich oder abstrakt zu sehen.

Von Dorothea Kurz-Kohnert

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