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Kultur im Norden Ausstellung in der Königpassage: Veränderungen in vielen Variationen
Nachrichten Kultur Kultur im Norden Ausstellung in der Königpassage: Veränderungen in vielen Variationen
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22:10 21.08.2018
Die Künstlerinnen aus dem Kreis der Gedok Schleswig-Holstein haben sich des Themas „Veränderungen“ angenommen. Quelle: Felix König
Lübeck

Eine Jahresschau, wie es sie in den vergangenen Jahren von den Künstlerinnen aus der Gedok Schleswig-Holstein immer gab, ist die neue Ausstellung nicht. Zumindest nicht richtig. „Wir hatten im vergangenen Jahr so viele verschiedene Projekte und waren alle etwas müde“, sagt Gedok-Vorsitzende Annette von Gerlach-Zapf. Daher war die Lust auf eine Jahresschau allgemein nicht groß. Irgendwie kam dann doch ein Funke zustande, der die Künstlerinnen entfachte, noch mal gemeinsam tätig zu werden. Das Thema Veränderung beschäftigte die Gruppe so ausdauernd, dass man sich zur Ausstellung entschloss.

Verändert ist auch der Veranstaltungsraum: Zeigte man im vergangenen Jahr die Jahresschau noch im Schuppen 6 an der Untertrave, geht die Gruppe dieses Jahr neue Wege und stellt in den ehemaligen Räumen von H & M in der Königpassage aus. „Die Baustellensituation vor dem Schuppen 6 hatte uns sehr abgeschreckt“, sagt von Gerlach-Zapf.

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Die neuen Betreiber der Königpassage öffneten den Künstlerinnen sofort die Türen. Kurzerhand warfen diese ihr Ausstellungs-Konzept noch einmal komplett um und zogen mit ihren Werken in die Königpassage um. „Hier ist es viel transparenter, lichter. Die Werke stehen einfach mehr im Vordergrund", sagt von Gerlach-Zapf.

Die etwas mehr als 40 Arbeiten, die bis zum 5. September die Wände zieren, hat eine kleine Jury ausgewählt. Einen ganzen Tag lang haben Ruth Bleakley-Thiessen, Renate Basten, Monika-Maria Dotzer und die Kunsthistorikerin Monika Cordes-Stein aus knapp 100 Vorschlägen ausgesucht. Gezeigt werden nun Bilder, Holzschnitte, Handzeichnungen, Fotos, Skulpturen und Objekte. Jede Künstlerin ging das Thema anders an, aber alle ließen viele persönliche Erfahrungen einfließen.„Es ist ein sehr großes Spektrum“, sagt Renate Basten.  

Bildhauerin Monika-Maria Dotzer ist mit zwei Serien in der Ausstellung vertreten. Aufgehängt in drei zarte schwarze Rahmen hängen jeweils elf kleine Köpfe – von Baby bis Senioren –, die die verschiedenen Stadien des Altwerdens zeigen. Gefertigt hat Dotzer die Köpfchen aus ungesponnener, farbiger Wolle, die sie mit einer Nadel in Form gebracht hat. „Sie zeigen die Vergänglichkeit des Lebens“, sagt Dotzer.

Von Malerin Titia Ohlhaver hängen drei großformatige Zeichnungen. „Es sind Teile einer Serie“, erzählt die Künstlerin. In den Kohle- und Graphitzeichnungen zeigt sie Abbildungen ihres Körpers, quasi Nahaufnahmen von Mund und Augen. Entstanden sind die Bilder auf Vorlage von Fotos, die eine befreundete Fotografin von ihr gemacht hat. „Es zeigt die Vergänglichkeit, was man für sich erhalten kann und wovon man sich löst“, erklärt sie.

Ruth Bleakley-Thiessen verändert Alltagsgegenstände und bringt sie in einen anderen Kontext. Sie ist mit zwei Objekten in der Ausstellung vertreten. Eines davon sind fein sauber aufgereihte braune und rote Zwiebelschalen unter Glas, die erst auf den zweiten Blick als Lebensmittel zu erkennen sind. Das zweite Werk besteht aus aufgerollten Nylonstrumpfhosen, die aussehen wie verschlungene, fleischfarbene Blumen. „Das ist die Metamorphose einer Pflanze“, sagt sie.

Majka Gerke