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Kultur im Norden Avantgarde-Festival Schiphorst vor dem Aus
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06:00 11.06.2019
„Es soll eine utopische Situation entstehen“: Jean-Hervé Péron und seine Tochter Jeanne-Marie Varain. Quelle: foto: ulf-kersten neelsen
Schiphorst

Seit 1996 gibt es das Avantgarde-Festival auf dem Land im Lauenburgischen. Vom 21. bis 23. Juni findet die nächste Ausgabe statt. Aber es könnte die letzte sein. „Wir werfen das Handtuch“, sagt Jean-Hervé Péron. Zwar nicht resigniert, aber so wie bisher gehe es nicht weiter.

Es kostet zu viel Kraft und Geld

Der gebürtige Franzose ist mit der legendären Avantgarde-Band Faust bekannt geworden. Auf dem ehemaligen Bauernhof von ihm und seiner Frau Carina in Schiphorst hat das Festival nach Anfängen im Nachbarort all die Jahre stattgefunden. Aber es koste viel Kraft und Geld, sagt er. Sie würden nicht jünger, und ihre Tochter Jeanne-Marie, in deren Händen und denen zweier Freundinnen das Festival zuletzt lag, habe auch nicht die Zeit, sich ein halbes Jahr um die Organisation zu kümmern. Und diesen Einsatz koste es. Also werde es jetzt noch einmal stattfinden, allerdings als „Happening“ – „3 Days of Utopia“.

Eintritt frei, Spenden willkommen

Es werde zu essen und zu trinken da sein, Duschen und Toiletten, eine große Küche, Möglichkeiten zum Campen. Und wer spielen wolle, werde eine Gesangsanlage vorfinden. Alles weitere aber sei Sache der Besucher. Auch Essen und Trinken solle es zum Selbstkostenpreis geben oder für das Geld, das man für richtig hält. Und der Eintritt ist frei, Spenden sind aber willkommen.

Der britische Schlagzeuger Chris Cutler kommt

„Es soll eine utopische Situation entstehen“, sagt Péron, der gerade seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Am Freitagabend beim Welcome-Dinner solle das Wochenende besprochen werden und wann welche Bands spielen. Und die haben sich reichlich angekündigt, „oh ja. Das ist ein wahnsinniges Kompliment für uns.“ Der britische Schlagzeuger Chris Cutler ist darunter, der mit Bands wie Pere Ubu, den Residents und Gong gespielt hat. Yumi Hara und Sawada aus Japan werden kommen, Ronny Wærnes aus Norwegen, Dada Gong aus Frankreich oder Tat E Lucio aus Italien. Alles keine Namen des Mainstreams, aber Größen in der avantgardistischen Szene. Sie erhalten keine Gage und zahlen Flug und Hotel selbst, wenn sie eines brauchen. Sie sind dabei, weil sie Spaß daran haben und es wichtig finden. Viele von ihnen haben schon mal in der fast 50-jährigen Faust-Geschichte mit der Band gespielt, weswegen deren Auftritt ein großer Faust-Jam zu werden verspricht.

Auch sonst gibt es Unterstützung. Jemand hat zwei Fässer Bier spendiert, ein anderer die Soundanlage für einen symbolischen Preis bereit gestellt, das Musikhaus Andresen ist auch wieder dabei. Ein Bauer aus dem Dorf habe Feuerholz gebracht, und Unterkünfte werden ebenfalls angeboten. „Das ist echt ein gutes Gefühl“, sagt Péron.

Und er sagt auch, dass es unter ganz bestimmten Bedingungen weitergehen könnte. Wenn sich also die richtigen Leute fänden, aber wenn vor allem der Geist des Festivals erhalten bliebe. Sie hätten nie kommerziell werden wollen, das sei elementar wichtig. Und das solle auch so bleiben.

www.avantgardefestival.de

Peter Intelmann

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