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Kultur im Norden Barock bis Pop im Lübecker Dom
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18:07 09.09.2019
Samstag Nacht im Lübecker Dom: Chöre boten viele Facetten der Chormusik von sakralen Werken bis Pop. Quelle: E-Mail-LN-Termine
Lübeck

Pröpstin Petra Kallies wies in der Begrüßung darauf hin, dass das Singen zur lutherischen Kirche gehöre. In der Reformation sei es sogar als Kampfmittel für die neue Lehre eingesetzt worden. Heute singen 3.000 Aktive in den Chören zwischen Travemünde und Lauenburg. Hinzu kommen fast tausend Kinder, sagte Kallies. Nicht nur Sänger, auch der Posaunenchor aus dem Lauenburgischen war unter Leitung von Daniel Rau kräftig mit dabei.

Geistliche Stücke und Popmusik

Den Anfang machte ein für diese Nacht zusammengestellter Projektchor, abwechselnd geleitet von Kreiskantorin Ulrike Borghardt-Sohns aus Lauenburg und Kreiskantor Klaus Eldert Müller aus Lübeck. Sie teilten sich auch die Moderation. Der Projektchor bot geistliche Stücke, die das Publikum in Ruhe genoss. Dass Popmusik in manchen Gemeinden heimisch geworden ist, zeigte Peter Wolff aus St. Gertrud mit seinem Gospel- und Popchor. Hierbei änderte sich die Atmosphäre. Von nun an wurde nach jedem Stück lautstark applaudiert. Nach kleinen Gebeten oder Bekenntnissen bedauerte das mancher in der Kirche.

Neue Kompositionen von Peter Wolf

Mit unterschiedlichen Akzenten taten sich die Chorleiter hervor. Eckhard Bürger von St. Aegidien bewies seine Gabe, mit Jugendlichen umzugehen, erfreute später mit seinem Bach-Chor und Brahms. Auch Peter Wolff trat mit einer zweiten Gruppe auf, dem Ensemble Vocappella und neuen Kompositionen.

Händel in Englisch, Althouse in Spanisch

Eugen Glaser-Riegler, Leiter des Kirchenchores Breitenfelde, wies darauf hin, dass er keinem Konzertchor vorstehe. Das Ziel seiner Gruppe sei der monatliche Gottesdienst; sogar mit eigenen Werken. Mit der Bodelschwingh-Kantorei aus St. Lorenz stellte sich die neue Leiterin Rebecca Poesch vor. Händel in Englisch, Winfried Bönig in Deutsch und Spanisches vom Briten Jay Althouse zeigten die Bandbreite des Chores.

Auch gemeinsam wurde gesungen

Etwas schwer taten sich zwei neue „Pop-Kantoren“ beim Singen mit dem Publikum. Ohne Noten und Texte lassen sich höchstens Kanons spontan gemeinsam singen. Nathanael Klaes (E-Piano) und Christoph Liedtke (Schlagzeug) blieben beim ersten Auftritt hinter ihren Instrumenten sitzen. Dafür hatten sie Katharina Schwerk mitgebracht, die ziemlich allein Sakropop vortrug. Für den zweiten Auftritt waren Blätter vorbereitet, so dass das Publikum vierstimmig mit dabei war.

Chöre im Dialog zum Finale

Fürs Finale hatte sich das Team etwas Besonderes ausgedacht. Der Kammerchor Capella St. Marien unter Leitung von Johannes Unger und Klaus Eldert Müllers Domchor sangen als „Chöre im Dialog“ abwechselnd. Große, zum Teil sehr bekannte Sätze von Brahms, Händel, Rheinberger, Cesar Franck und Reger erklangen. Hierbei herrschte wieder absolute Stille im Dom. Erst am Ende wurde heftig applaudiert.

Von Konrad Dittrich

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