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Kultur im Norden Bauen in der Zeit
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18:21 05.09.2018
Der Architekt Kuno Dannien an seinem Schreibtisch. Quelle: Olaf Malzahn
Lübeck

Als Kuno Dannien ein kleiner Lübecker Junge war, Mitte der 1930er Jahre, ließen sich seine Eltern am Pötenitzer Strand ein kleines Sommerhaus aus vorgefertigten Holzteilen errichten. Damit stand der Berufswunsch des kleinen Jungen fest: Er wollte Baumeister werden. Und das wurde er auch tatsächlich. Jetzt werden ihm eine Ausstellung und ein öffentliches Symposium gewidmet.

87 Jahre ist Kuno Dannien heute alt, er arbeitet immer noch an einzelnen Projekten. Vor allem aber genießt er es, mit einem Strohhut auf dem Kopf in seinem Garten zu sitzen und über Gott und die Welt zu meditieren. Und er kann seinem Hobby, Zeichnen und Aquarellieren, mehr Zeit widmen. Wie wunderbar er zeichnen kann, war 2014 in einer Ausstellung in der Overbeck-Gesellschaft zu sehen. „Als die jungen Kollegen schon lange am Computer arbeiteten, habe ich immer noch mit der Hand gezeichnet. Die haben meine Entwürfe dann immer angestaunt wie da siebte Weltwunder.“

Kuno Dannien in Lübeck

Die Ausstellung zum architektonischen Werk von Kuno Dannien ist von morgen bis zum 16. September während der üblichen Öffnungszeiten in der Jakobikirche zu sehen.

Das Symposium findet am 14. September von 10 bis 15.30 Uhr im Gemeindesaal in den Pastorenhäusern (Jakobikirchhof 3) statt. Fünf auswärtige und Lübecker Architekten werden sich mit dem Werk Kuno Danniens auseinandersetzen.

Am Sonntag, 9. September, findet von 10 bis 12.30 Uhr eine Führung zu denkmalgeschützten Werken von Kuno Dannien statt. Treffpunkt am Mühlendamm unterhalb der Domtürme. Um Anmeldung wird gebeten unter www.fh-luebeck.de/Dannien+Projekt

Begonnen hat Kuno Dannien seine Karriere als Baumeister mit einer Maurerlehre. „Während der Lehrzeit habe ich die Abendschule besucht und so die Hochschulreife erlangt“, erzählt er. Dann folgte ein Studium an der Lübecker Landesbauschule. „Die Ausbildung war in Ordnung, was die technischen Fächer anging. Viel zu kurz gekommen sind all die kulturellen Themen, die mit dem Bauen zu tun haben, Baugeschichte etwa. Die habe ich mir dann selbst erarbeitet – eigentlich bin ich als Architekt ein Autodidakt.“

Einen ersten Job als Architekt fand Kuno Dannien dann 1954 in Konstanz im Büro des Mies-van-der-Rohe-Schülers Hermann Blomeier. Drei Jahre später wechselte er nach Wiesbaden in das Büro von Rainer Schell, einem Schüler von Egon Eiermann. Dort war er unter anderem am Bau des Justizgebäudes in Kassel beteiligt. Wiederum drei Jahre später zog es Kuno Dannien dann wieder in seine Heimatstadt Lübeck. Er arbeitete zunächst im Büro Karl Horenberg, der bei Hans Scharoun gelernt hatte. Hier entstanden die ersten eigenen Bauten von Dannien, unter anderem die Wichernkirche in Lübeck-Moisling, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht, und das Pastorat gegenüber dem Dom.

Um dieses Pastorat mit seiner modernen Formensprache gab es Streit, an den sich Kuno Dannien heute mit einem Lächeln erinnert: „Ich habe es immer gemocht, wenn es geknirscht hat, wenn Neubauten kontrovers diskutiert wurden“. Das Pastorat der Domgemeinde ist ein gutes Beispiel für die wichtigste Tätigkeit Kuno Danniens, das Errichten von Neubauten in historischem Kontext. „Es klingt banal, aber Architektur ist abhängig von ihrer Umgebung. In Konstanz würde ich Oberflächen ganz anders gestalten als hier in Lübeck. Dort ist Backstein nicht verwendbar, hier geht es nicht ohne Ziegelsteine.“

Seit 1963 ist Kuno Sannien in Lübeck als selbstständiger Architekt mit wechselnden Partnern tätig, ab 1995 in Form einer GmbH. Zu seinen Werken gehören unter anderem Einfamilienhäuser, das Ausbildungszentrum für Hörgeräteakustiker in Nähe der Fachhochschule, das Schulzentrum in Reinbek und die Erweiterung der Berufsbildungsstätte auf dem Priwall. Gerade bei diesem Bau ist es Kuno Dannien gelungen, die Altsubstanz mit einem Neubau zu einer qualitätsvollen Einheit zu verschmelzen. Das Verbindende sind das Baumaterial Backstein und die Klarheit der Formen, die sich auf geometrische Grundformen gründen und eine ganz spezielle Eleganz entwickeln. „Das Alte bleibt alt. Von seinem Formenreichtum profitiert das Neue“, hat Dannien einmal gesagt.

Viel hat Kuno Dannien auch in Kirchen gebaut – besonders sensible Räume. Von ihm stammen unter anderem in St. Marien das Westportal und die Neugestaltung des Westwerks in der Petrikirche. In St. Jakobi plante Dannien die Nationale Gedenkstätte der zivilen Seefahrt, die Winterkirche und das Columbarium. „Das macht irgendwie Sinn, dass ich für die Toten gebaut habe. Einer meiner Großväter war Tischler und Beerdigungsunternehmer – es liegt also in der Familie.“

Jürgen Feldhoff

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