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Kultur im Norden Bidla Buh im Ohnsorg-Theater
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16:35 07.07.2019
Hanseaten mit Humor: Olaf Klindtwort, Hans Torge Bollert und Jan-Frederick Behrend (v. l.) sind Bidla Buh. Quelle: Promo
Hamburg

Deutsche Versionen internationaler Filmhits („Kalenner-Deerns“), plattdeutsche Adaptionen von Literaturklassikern ( „De Seewulf“ nach Jack London), entstaubte Ohnsorg-Schwänke („Tratsch im Treppenhaus“) oder auch sozialkritische Untertöne wie in „Allens Düütsch“: Mit einem vielseitigen und modernen Programm hat das Ohnsorg-Theater in den vergangenen Spielzeiten von sich reden gemacht. Intendant Michael Lang und der mit der Oberspielleitung betraute Murat Yeginer bewiesen ein feines Gespür, auch jüngere Leute für das Traditionshaus zu begeistern. Jetzt ist erst einmal Sommerpause angesagt. Gespielt wird aber trotzdem in dem Theater, das 2011 vom angestammten Platz in den Großen Bleichen an den Hauptbahnhof in das ehemalige Bieberhaus gezogen ist (inzwischen in Heidi Kabel-Platz umbenannt). Mit einem Jubiläumskonzert des Trios Bidla Buh wurde ein veritabler Füller für die Sommerpause gefunden.

Auf dem Weg zum Staatsbankett

Das hanseatische Trio besteht aus Hans Torge Bollert, für Gesang und die gestopfte Trompete zuständig, dem Gitarristen und Sänger Olaf Klindtwort und dem Schlagzeuger Jan-Frederick Behrend. Die Gruppe benannte sich nach dem Lied „Bidla Buh“ aus der Feder von Georg Kreisler. „Es ist traurig, wenn Liebe erkaltet, es ist furchtbar, wenn Liebe vergeht, doch wie kann man von Liebe erwarten, dass sie immer und ewig besteht“, heißt es in dem Titel des Österreichers. Ganz in diesem Sinne haben sich auch Bidla Buh auf die Musikcomedy im Stil der 20er und 30er Jahre spezialisiert. Mit Frack, Manschettenknöpfen, Einstecktuch und gestriegeltem Haar präsentiert sich das Trio gern, als wäre es gerade zu einem Staatsbankett eingeladen worden.

Ein „Füllhorn verrückt-verdrehter Ideen“ wollen die drei Hamburger über dem Publikum ausschütten, immer abseits musikalischer Trampelpfade und bei aller Virtuosität stets ein wenig skurril. Da treffen sich nach einem tönendem Wettstreit von acht imaginären Trompeten die Stars der deutschen Popmusik zum Stelldichein am Miniaturklavier Bei der finalen Kaktus-Funk-Party beendet Soul-Legende James Brown höchstpersönlich den Bruderzwist auf der Bühne. Der „Kleine grüne Kaktus“ der Comedian Harmonists reist bei Bidlah Buh derweil bis nach Spanien und Portugal.

Pfeifkünstler und Parodist

Seit 20 Jahren begeistern Bidla Buh mit ihrer Musikcomedy das Publikum. Die mit feinem Humor dargebotene Genrevielfalt reicht dabei von Schlager und Swing bis zu Oper und Funk. Vor allem der Pfeifkünstler, Multiinstrumentalist und Parodist Hans Torge Bollert versteht es, als Conferencier mit viel Selbstironie das Publikum zu vereinnahmen. Bereits im vergangenen Jahr kamen die drei im Sommerprogramm des Ohnsorg-Theaters gut an und animierten das Publikum zu Standing Ovations.

Zum Jubiläumskonzert wollen Bidla Buh noch mal eine Schippe drauflegen. Da dürfen Titel wie „Prachtkerle – wer angibt, hat mehr vom Leben“ natürlich nicht fehlen. Oder „Sekt, Frack und Rock’n Roll“ – mit Gartenschlauchtrompete und Bonsaiflügel.

Info: „20 Jahre Bidla Buh“, Ohnsorg-Theater 11. bis 21. Juli, Donnerstag bis Sonntag 19.30 Uhr; Tickets 14 bis 34 Euro unter Tel. 040 – 250 803 21 oder www.ohnsorg.de

Alexander Bösch

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