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Kultur im Norden So kämpft die Lübecker Buchhandlung „Prosa“ gegen die „Hugendubelisierung“
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12:24 03.10.2019
Gegen die „Hugendubelisierung“ des Buchhandels: Katrin Bietz setzt auf persönliche Beratung in ihrer Buchhandlung „Prosa“. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Der Name ist Programm: „Prosa“. Steht drauf, ist drin im kleinen Laden in der Julius-Leber-Straße in der Lübecker Altstadt. 400 Titel etwa, viele von kleinen, unabhängigen Verlagen und alle mit dem Gesicht nach vorne. „Es wäre doch schade um die schönen Cover“, sagt Katrin Bietz, die die Buchhandlung vor zwei Jahren eröffnete. Die gelernte Buchhändlerin hat lange angestellt gearbeitet und vor neun Jahren den geliebten Beruf aufgegeben. Wegen der „Hugendubelisierung“. „Wir konnten nicht mehr selbst entscheiden, welche Bücher wir ins Sortiment nehmen, waren nur noch Verkäufer“, sagt die 55-Jährige. Sie arbeitete dann in der Berufsschule für Hörgeräteakustik, um dann, als sich ein geeigneter Raum anbot, doch noch ihren Traum von der eigenen Buchhandlung wahr zu machen.

Buchtipps

„Das Licht ist hier viel heller“, Mareike Fallwickl, Frankfurter Verlagsanstalt, 24 Euro

„Blackbird“ von Matthias Brandt, Verlag Kiepenheuer und Witsch, 22 Euro

„Das Eis-Schloss“von Tarjei Vesaas, Guggolz -Verlag, 22,70 Euro

„Man kauft mehr als geplant“

Natürlich kann man im Internet alles bestellen, in den großen Buchhandlungen stundenlang zwischen den Regalen und Stapeln herumschleichen. Aber weniger ist manchmal mehr. „Die Leute kommen rein und sagen: Hier werde ich nicht von hunderten Titeln erschlagen.“ Katrin Bietz setzt auf Beratung, kennt fast jedes Buch in ihren Regalen oder hat zuverlässige Empfehlungen eingeholt. „Die Kunden kommen gerne her, um zu erzählen, mittlerweile kenne ich viele auch schon so gut, dass ich ihnen Bücher ans Herz lege, die sie interessieren könnten.“ So kann der Gang in den Buchladen gefährlich werden – man kauft mehr als geplant.

„Prosas Abendbrot“ ist sehr beliebt

Inzwischen ist „Prosa“ zu einem Treffpunkt für Bücherfreunde geworden. An jedem 19. des Monats um 19 Uhr stellt Katrin Bietz bei „Prosas Abendbrot“ bei Stullen und Wein vier Bücher vor. Sie lädt zu Lesungen ein und sie arbeitet mit den Lübecker Bücherpiraten zusammen – junge Menschen für gute Bücher zu begeistern, liegt ihr am Herzen. Aber: Was ist ein gutes Buch? „Es sollte sprachlich ausgefeilt sein, wenig Wiederholungen haben, keine Plattitüden enthalten. Der Autor sollte nicht alles vorkauen, sondern Platz für Fantasie lassen.“ Um solche Perlen aus dem Wust der Neuerscheinungen herauszufischen, liest sie sechs bis acht Bücher im Monat. Offensichtlich mit gutem Gespür – der Laden läuft. „Man wird nicht reich, aber ich kann davon leben. Ich habe die Entscheidung keine Sekunde bereut.“

Am Sonnabend, 5. Oktober, feiert Katrin Bietz die Auszeichnung mit einem kleinen Umtrunk zwischen 11 und 14 Uhr in ihrer Buchhandlung.

Mehr über den Buchhandlungspreis lesen sie hier

Von Petra Haase

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