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Kultur im Norden Schauspiel zum 70. Todestag von Klaus Mann
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17:31 17.05.2019
Komplexer Charakter: Klaus Mann (l.) mit seiner Schwester Erika. Quelle: Buddenbrookhaus
Lübeck

Klaus Mann war 42, als er sich in Cannes das Leben nahm. Es war nicht sein erster Versuch, aber dieser endete tödlich. Man schrieb den 21. Mai 1949, am Dienstag vor 70 Jahren. Im Buddenbrookhaus wird an seinem Todestag an ihn erinnert. „Cabaret am Rand des Vulkans“ heißt das Stück, ein fiktiver Dialog mit Christopher Isherwood, und Musik gibt es auch.

Auch Karten an der Abendkasse

„Cabaret am Rand des Vulkans, Dienstag, 21. Mai im Buddenbrookhaus (19.30 Uhr). Der Eintritt kostet neun, ermäßigt sieben Euro. Karten sind im Museumsshop unter Tel. 0451 122 4190, per E-Mail an shop@buddenbrookhaus.de oder an der Abendkasse erhältlich.

Der älteste Sohn Thomas Manns und der in England geborene Schriftsteller kannten sich aus dem Berlin der Zwanzigerjahre. Zwei Autoren, zwei homosexuelle Männer und zwei recht komplexe Persönlichkeiten. Im New Yorker Exil treffen sie sich in dem Stück wieder. Es ist das Ende der Dreißigerjahre, und sie reden über Berlin und die Weimarer Jahre, über den Nationalsozialismus, über die Emigration, über spätere Aktivitäten.

Vorlage für „Cabaret“ mit Liza Minelli

Karl Kelschebach (26) hat das Gros des Scripts für das Stück geschrieben, ein Germanist aus Berlin und stellvertretender Vorsitzender der dort ansässigen Klaus-Mann-Initiative. Er stützt sich dabei auf die Romane der beiden, auf ihre Tagebücher und Autobiografien. Klaus Mann hat unter anderem den Gründgens-Roman „Mephisto“ geschrieben, „Der Vulkan“ über das Exil und seine beiden Lebensberichte „Der Wendepunkt“ und „Kind dieser Zeit“. Isherwood ist vor allem mit „Leb wohl, Berlin“ von 1939 bekannt geworden, das die Grundlage lieferte für ein späteres Bühnenstück und das am Broadway uraufgeführte Musical „Cabaret“, das 1972 in der Verfilmung mit Liza Minnelli acht Oscars gewann.

Mann und Isherwood schätzten einander sehr. Isherwood vermittelte auch Klaus Manns Schwester Erika seinen Freund W. H. Auden, als sie wegen eines britischen Passes einen Schein-Ehemann brauchte. Das schützte freilich nicht vor Kollisionen, unter anderem in der Frage der Gewalt. Während Isherwood einen Pazifismus mit Wurzeln in der indischen Mystik vertrat und alles tat, um im Krieg nicht eingezogen zu werden, engagierte sich Klaus Mann als Soldat in der US-Armee und war der Meinung, dass NS-Deutschland militärisch besiegt werden müsse.

Immer voller Pläne

Klaus Mann hatte schon früh als Autor begonnen. Mit 15 schrieb er erste Novellen, es folgten Theaterstücke, Romane, und Pläne hatte er immer mehr als genug. In der Emigration gab er unter anderem die Zeitschrift „Die Sammlung“ heraus, die ebenso ambitioniert wie unterfinanziert war und bald das Erscheinen einstellen musste. Den übermächtigen Schatten seines Vaters aber hat er nie verlassen können. Er war vor allem der Sohn, hochtalentiert zwar, aber eben meist nur der Sohn.

Das wolle man mit der Initiative ändern, sagt Karl Kelschebach. Es gehe darum, Klaus Mann als gerade auch politisch engagierten Schriftsteller bekannt zu machen und zu zeigen, dass er heute noch etwas zu sagen habe. Er solle „aktualisiert und neu attraktiv gemacht werden“. Unter anderem durch das Stück im Buddenbrookhaus, das bisher erst einmal in Berlin aufgeführt wurde. Mit dabei sind unter anderem Kelschebachs Schwester Nora, die auch zur Klavierbegleitung Chansons aus „Cabaret“ singen wird, sowie Frank Träger, der Gründer und Vorsitzende der Initiative.

Peter Intelmann

In ihrer Inszenierung an den Kammerspielen lässt Lily Sykes Anton Tschechows „Drei Schwestern“ durch die Zeiten wandern. Das Stück hat am Freitag, 17. Mai 2019, Premiere. Es gibt noch Restkarten an der Theaterkasse.

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