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Kultur im Norden „Classical Beat“ erobert Hamburg
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18:03 23.05.2019
Classical Beat in der Laeiszhalle Hamburg: Pianist Luciano Supervielle und Cellist Jacques Morelenbaum vermischen gekonnt Tango und Bossa Nova mit elektronischen Klängen. Quelle: Matilde Campodonico
Hamburg

Das von Eutin und Lübeck aus organisierte Musikfestival „Classical Beat“ hat wieder Hamburg erreicht. Fast könnte man sagen: Es hat Hamburg erobert. Denn im kleinen Saal der ehrwürdigen Laeiszhalle – er bietet immerhin 640 Plätze – traf die musikalische Abordnung aus Ostholstein auf ein zu Begeisterung entschlossenes Publikum. Der Ruf des vom ehemaligen Eutiner Banker Hans-Wilhelm Hagen gegründete und finanzierte Festival scheint jedenfalls bis an Elbe und Alster vorgedrungen zu sein – ein Ruf, der besagt, dass hier das klassische Konzertleben mit Jazz und neuen Spielarten des Pop versöhnt wird.

Demonstration in Zirkularatmung

Apropos Ruf – diese Pointe muss sein: Bernd Ruf, einer der künstlerischen Leiter von „Classical Beat“, Professor an der Lübecker Musikhochschule und bescheidener Alleskönner im Bereich Crossover, gibt zum Auftakt eine Demonstration in Zirkularatmung. Er spielt seine Klarinette gute sieben Minuten, ohne das Instrument zum Luftholen abzusetzen, schleicht sich dabei aus dem Hinterhalt zur Bühne vor. Dort sitzt bereits eine Combo aus Bläsern und Rhythmusgruppe und kontert Rufs Alleingang mit einer Art Harmoniemusik im spätklassischen Stil. Der Vibraphonist Dough Perry übernimmt sodann und lässt in einer epischen Improvisation Anspielungen aus Smetanas „Moldau“ erkennen.

Flirrende Klänge

Das wird den weiteren Abend prägen: Kompositionen, die offenlassen, wie groß der improvisierte Anteil ist. Und alle, die daran teilhaben – die Musikstudenten aus aller Welt, die die Band bilden, der New Yorker Pianist und Komponist Kai Ono oder das famose Sirius String Quartet –, bieten die flirrenden Klänge, die notiert oder inspiriert sind von Maurice Ravel, Miles Davis oder urbanen Hiphop-Stars. Nichts revolutionär Neues, aber eine mitreißende Melange.

Die Stars des Abends, der Pianist Luciano Supervielle aus Uruguay und der Cellist Jacques Morelenbaum aus Brasilien, hatten dann noch weitere Ingredienzien zu bieten: Tango, Bossa Nova, vermischt mit elektronischen Klängen, dazu sinfonische Ausschweifungen mit großem Ensemble. Und Supervielle rappt dazu gekonnt und grimmig.

Die Einzelteile des Konzerts hätten es verdient gehabt, dass mit ihnen ganze Abende bestritten werden. Doch Hans-Wilhelm Hagen geht es an diesem Tag vor allem darum, sein vielfältiges Projekt in der Metropole zu verankern. „Und natürlich ist es für die jungen Musiker ein Erlebnis, in der Weltstadt Hamburg auftreten zu können“, fügt er an.

Morelenbaum und Supervielle kann man mit ihrem Programm „Clássica Nova“ im Übrigen am 24. Mai 2019 noch einmal abendfüllend erleben: im Lübecker Strandsalon am 20 Uhr.

Michael Berger

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