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Kultur im Norden Defa-Preis für Chefindianer Gojko Mitić
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12:19 14.11.2019
Schauspieler Gojko Mitic spielte zu DDR-Zeiten in zahlreichen Indianerfilmen der Defa-Filmgesellschaft mit. Er wurde deshalb auch „Winnetou des Ostens“. Die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg ernannten ihn 2016 zum „Ehrenhäuptling“. Quelle: dpa
Berlin

Der als „Defa-Chefindianer“ und „Winnetou des Ostens“ bekannte Schauspieler Gojko Mitić (79) erhält den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Defa-Stiftung für sein filmkünstlerisches Lebenswerk. Mitić präge mit den von ihm verkörperten indianischen Figuren das Genre des Defa-Indianerfilms, hieß es in einer Mitteilung der Stiftung in Berlin. Mitić spielte den Apachenhäuptling Winnetou von 1992 bis 2006 am Kalkberg in Bad Segeberg.

Die Schauspieler Gojko Mitic als Winnetou (Mitte), Joshy Peters als Old Shatterhand (l.) und Mathieu Carriere als Oelprinz (r.) im Juni 2000 bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Quelle: picture alliance

Ehrenhäuptling der Karl-May-Festspiele

2016 wurde er am Premierentag der Karl-May-Festspiele zum Ehrenhäuptling ernannt. Ab Mitte der 60er Jahre zählte Mitić zu den populärsten Stars der DDR. Über Jahrzehnte galt er als Ost-Gegenstück zum französischen Schauspieler Pierre Brice. Im Gegensatz zu Brice, der in der Rolle der Karl-May-Figur Winnetou in Westdeutschland berühmt wurde, verkörperte Mitić den fiktiven Apachen-Häuptling allerdings nie in einem Film.

Gojko Mitić als Apachenhäuptling auf der Kalkberg-Bühne

Mitić, der einer serbischen Bauernfamilie entstammt, studierte in Belgrad Sport und knüpfte in dieser Zeit erste Kontakte zum Film. Ab 1961 trat er als Stuntman in Italo-Western und bekam 1963 eine winzige Rolle in dem von Artur Brauner produzierten Karl-May-Film „Old Shatterhand“, in der Folgeproduktion „Unter Geiern“ konnte er bereits eine größere Rolle als Häuptlingssohn Wokadeh übernehmen. Seine Filmkarriere nahm Fahrt auf, als die Defa begann, in Jugoslawien Indianerfilme zu drehen – Mitić wurde als „Defa-Chefindianer“ in der DDR berühmt.

Sympathie für Klimaschutz-Bewegung

Im Oktober bekundete der 79-Jährige, der sich mit Fahrradfahren, Paddeln und Schwimmen fit hält, seine Sympathie für die von jungen Menschen getragene Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“. „Wenn die Erwachsenen dazu nicht in der Lage sind, müssen die Kinder kommen und sie darauf aufmerksam machen, was für eine Welt ihnen hinterlassen wird“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

„Wenn wir wirklich eines Tages im Namen des Profits keine gute Luft mehr zum Atmen haben und kein Wasser zum Trinken, und essen, was nicht mehr in Ordnung ist – was ist dann?“, sagte er. Die Konsumgesellschaft sehe er deshalb kritisch. „Manche haben so viel angehäuft – wie lange sollen sie leben, um das zu verbrauchen?“ Die Menschheit müsse sich besinnen, so Mitic. „Die Bescheidenheit muss wieder zu den Menschen kommen.“

Von dpa

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