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Kultur im Norden Der Komtur als großer Jägersmann
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20:10 11.03.2013
Petros Magoulas (Don Giovanni, links) und sein etwas jungenhaft wirkender Leporello (Kyung-Sik Woo). Quelle: Olaf Struck
Kiel

Ein großer Jäger vor dem Herrn muss dieser Komtur gewesen sein, denn in seinem von Simeon Meier entworfenen großbürgerlichen Salon hängen Jagdtrophäen an den Wänden und besteht der Kronleuchter aus lauter Geweihteilen. Als Don Giovanni ausgerechnet mit Rehbockmaske seine Tochter Anna vergewaltigen will, greift der Komtur (Kemal Yasar) ein, um sie zu schützen.

Doch zum Duell kommt es erst gar nicht, denn mit einem Pistolenschuss tötet der Eindringling Annas Vater.

Auch im weiteren Verlauf seiner „Don Giovanni“-Inszenierung setzt Dariusch Yazdkhasti eigene Akzente, ohne den Kern von Mozarts Oper zu beschädigen. Der Titelheld (Petros Magoulas) präsentiert sich hier als „fescher Mensch“ (Schnitzler) in den besten Jahren, der sich leichtlebig durch seinen imaginären Harem hindurchliebt. Im Mandolinenständchen genießt er den Schmelz seiner eigenen Stimme, der auch von Yoonki Baek in Don Ottavios betörend schönen Arien nicht übertroffen wird. In den beiden schwierigsten Partien wetteifern miteinander die Soprane Susan Gouthro (Donna Anna) und Agnieszka Hauzer (Donna Elvira), wobei ihnen die dramatisierenden Passagen eine Spur besser gelingen als die Koloraturen.   Wesentlich geprägt wird die Aufführung durch Konrad Kästners Video-Installationen, die sehr einfallsreich auf die Rückwand projizieren, was realistisch gar nicht darstellbar wäre. In der tragikomischen Mischung betont der Regisseur stärker die heitere Seite des Stückes und wird dabei unterstützt von einem unter Leo Siberski spritzig, funkelnd und transparent auf-spielenden Orchester.

Am Ende wird zwar Don Giovanni wie üblich vom Komtur in den Abgrund gezogen, doch läuft alles konsequenter als sonst auf das harmonische Schlusssextett zu. Wie sich das dem Untertitel „Dramma giocoso“ nach auch gehört. Das Kieler Publikum war mit diesem erfrischenden Mozart-Abend hochzufrieden! Ewald Zickermann

Nächste Vorstellungen am 17. und am 26. März.

LN

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