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Kultur im Norden Der Meister der Körpersprache kommt nach Lübeck
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17:50 27.02.2019
Elie Levy zeigt wie man immer Haltung bewahrt – durch die richtige Körpersprache. Quelle: Regine Ley
Lübeck

„Achten Sie mal auf die Körpersprache von Donald Trump“, sagt Elie Levy. „Wenn der US-Präsident jemandem kameradschaftlich den Arm um die Schultern legt, dann legt er seinen Arm auf dessen Schulter. Er drückt den anderen damit herunter und macht ihn kleiner. Es ist eine eindeutige Demonstration von Macht.“ Von freundlichen Worten solle man sich da nicht täuschen lassen.

Ein Meister der Kommunikation

Manchmal, so wie bei Donald Trump, dessen Körpergröße von stolzen 1,90 Meter mit der seines Egos zu korrespondieren scheint, ist die Körpersprache recht offensichtlich. Elie Levy kennt von Berufs wegen die Bewegungsmuster und Signale des Körpers, die unbewusst ablaufen. Der Mann mit der ausdrucksstarken Gestik und Mimik ist Pantomime; es ist sein Metier, die Feinheiten der Körpersprache zu erkennen und zu imitieren. Im Theater Lübeck wird er sein Wissen am 9. März teilen – und das verspricht einen unterhaltsamen Abend. Levy ist Bühnenprofi und weiß sein Publikum zu unterhalten.

Gastspiel

Anschaulich und unterhaltsam weiht Elie Levy am Sonnabend, 9. März, um 20 Uhr in den Kammerspielen Lübeck in „Die Geheimnisse der Körpersprache“ ein. Am 31. März zeigt er sein Programm im Schauspielhaus Kiel.

Tickets gibt es von 13 bis 22 Euro (ermäßigt 10 bis 19 Euro) an der Theaterkasse sowie online unter: www.theaterluebeck.de

Mehr Infos auf der Webseite des Künstlers unter www.elielevy-körpersprache.de

Wer die oft unterbewussten Signale von Haltung, Gestik und Mimik des Gegenübers zu lesen und die eigene Körpersprache bewusst einzusetzen weiß, wird schnell zu einem Meister der Kommunikation. „Ich hole die Leute zu mir auf die Bühne und zeige ihnen, wie sie dieses Wissen nutzen können, wie sie gezielt an ihrer Ausstrahlung arbeiten können“, sagt Levy und lacht. „Ich gebe gute Egomassagen!“

Breite Brust oder hängende Schultern, abgewandter Blick oder Augenkontakt – der Pantomime Elie Levy kennt die Körpersprache und weiß, was Gesten und Haltung über einen Menschen aussagen. Ein paar Beispiele aus dem Typenkatalog.

Und bei Bedarf auch mal gute Flirt-Tipps: „Selbstbewusstsein zeigen, Augenkontakt halten, mit den Händen sprechen“. Der sympathische Israeli, der seit mehr als 30 Jahren in Hamburg zu Hause ist, weiß, was Frauen wünschen: einen Mann, der stark, groß und sicher auftritt, auch wenn er physisch kein Trumpsches Gardemaß erreicht. Elie Levy zeigt auch gleich, wie das funktioniert: aufrechte Haltung, Schultern zurück, offener Blick.

Das Talent an die Tochter weitergegeben

Er habe schon immer gerne und genau die Menschen beobachtet und imitiert, erzählt der Pantomime. Ein Talent, das ihn geradezu zwangsläufig zur Bühne zog. Nach seiner ersten großen Rolle im Schultheater mit elf Jahren war der Weg vorgezeichnet. Er führte von der Schauspielschule in Israel über den Tanz nach Paris und schließlich zu Etienne Decroux, dem Vater der modernen Pantomime.

In seinen ersten Jahren des Straßentheaters lernte Levy, der in mehreren Sprachen zu Hause ist und sich ein fröhliches Sprachengemisch zu eigen gemacht hat, Länder und Leute kennen, bevor es ihn nach Hamburg zog. „Hamburg war nämlich die einzige Stadt, wo ich als Pantomime keine Konkurrenz hatte“, sagt Levy mit einem Augenzwinkern. Konkurrenz hatte er auf deutschen und europäischen Bühnen allerdings auch kaum zu fürchten. Heute allerdings, sagt Levy mit väterlichem Stolz, stelle ihn seine 16-jährige Tochter Rachel in den Schatten. „Sie hat so viel mehr Talent als ich je hatte!“ Und zeige Anzeichen, den Pfaden des Vaters zu folgen – sie will Schauspielerin werden.

Der hat seit einigen Jahren, bedingt durch Probleme mit der Schulter, zwar die Pantomime aufgegeben, nicht jedoch die Bühne. Sie ist und bleibt sein Spielfeld, Elie Levy ist ein Entertainer, verbal und nonverbal.

Regine Ley

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