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Kultur im Norden Die Meister und ihre selbstbewussten Schüler
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15:46 05.08.2019
Selbstbewusst und sicher traten die Nachwuchstalente in Wotersen beim SHMF-Konzert auf.  Quelle: M. Pantelmann
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Wotersen

Die Reihe „Meisterschüler – Meister“ ist seit zehn Jahren beim Schleswig-Holstein Musik Festival etabliert. Sie bietet die Möglichkeit, bekannte Musiker gemeinsam mit hochbegabtem Nachwuchs zu erleben. Diese Konzerte sind beim Publikum sehr beliebt, die Reithalle von Schloss Wotersen war deshalb auch bis zum letzten Platz besetzt.

Trialog der Instrumente

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Musik für Streicher stand auf dem Programm, Mozarts Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Cello sowie Mendelssohn Bartholdys frühes Streicher-Oktett Es-Dur op. 20. Mozarts Divertimento spielten die drei „Meister“ des Abends, Janine Jansen (Violine), Amihai Grosz (Viola) und Jens Peter Maintz (Cello). In den sechs Sätzen des längsten kammermusikalischen Werk Mozarts entwickelte sich ein fabelhaft anzuhörender Trialog zwischen den Instrumenten.

Mozarts Spätwerk

Mozart hatte die absolute Gleichberechtigung der drei Instrumente in diesem Divertimento angeordnet – die drei Musiker hielten sich daran. Auffallend war die Klangschönheit der Instrumente, vor allem Janine Jansens Stradivari und Amihai Grosz‘ Viola von 1570 bestachen durch die Wärme ihres Tones. Die Interpretation des Divertimentos gelang fabelhaft, die Kontraste zwischen den Sätzen wurde ebenso deutlich wie die für Mozarts Spätwerk so typischen harmonischen Experimente. Hinreißend boten die Musiker vor allem auch die beiden Menuette, tänzerische Leichtigkeit verband sich hier mit höchster Präzision und technischer Perfektion. Das Publikum war bereits von diesem erste n Teil des Konzertes begeistert.

Selbstbewusster Nachwuchs

Nach der Pause erklang dann Mendelsohn Bartholdys Streicher-Oktett. Die drei Meister wurden nun begleitet von Leonard Fu (Violine), Dorothea Stepp (Violine), Anne Maria Wehrmeyer (Violine), Silas Zschocke (Viola) und Rebecca Falk (Cello). Junge Musiker, alle bereits mehrfach ausgezeichnet und hochtalentiert. Das erwies sich im Zusammenspiel mit den älteren Kollegen, das vorzüglich gelang und das Publikum begeisterte.

Mit großartiger Technik und Präzision im Zusammenspiel beeindruckten die acht Streicher, das frühreife Meisterwerk des 16-jährhgen Mendelssohn klang wie eine sinfonische Komposition. So hatte es sich der Komponist auch vorgestellt, obwohl er auch in diesem Oktett Solo-Passagen eingestreut hat, die manchen Streicher an den Rand seiner technischen Möglichkeiten gebracht hätten. Aber nicht so die Nachwuchstalente, die selbstbewusst und sicher auftraten.

Das Publikum tobte vor Begeisterung, als Zugabe spielten die Streicher noch einmal das Scherzo aus dem Oktett.

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Von Jürgen Feldhoff